(Motherhood) I am perfekt…

Da ich darum weiß, welche Auswirkugen mein Tun und Handeln als Mutter auf sämtliche Ebenen meines Kindes hat, möchte ich natürlich alles richtig machen. Nein, ich gebe zu, nicht nur richtig – sondern perfekt will ich sein! Ich möchte immer schnell und effizient auf die Bedürfnisse meines Kindes ein gehen, und sie effektiv befriedigen. Dabei versuche ich zu erahnen, ob er jetzt gerade lieber auf dem Arm ein wenig kuscheln will, oder doch lieber alleine liegen – ob er Hilfe beim Greif-Versuch braucht, oder es lieber alleine nicht schafft. Hat er gerade wieder Hunger, weil er einen Entwicklungssprung macht, oder ist gerade einfach alles nur doof? Können Babys überhaupt schlecht drauf sein?

Und wie ihr jetzt richtig vermutet, kann sowas nur schief gehen! Gestern schrie er, und ich dachte, er habe Bauchweh, weil der Mahlzeitenabstand noch längst nicht erreicht war – aber es wr Hunger… es vergingen fast 15 Minuten, bis ich das gecheckt hatte, und die Milch trinkfertig war (da ich ja nicht mehr stille) – OMG 15 Minuten… ist das zu lang? Würde das sein Bindungsverhalten beeinflussen? Am kommenden Tag war ich darauf eingestellt, dass er früher “Hunger” bekommen würde… hatte alles vor bereitet, weil ich dachte, ich würde es besser machen, als am Vortag… und ratet mal.. dieses Mal waren es Blähungen… Ich zweifelte an meiner Mutter-Kompetenz, an meiner Intuition und an meinem Perfektionismus…

Mittlerweile weiß ich, dass ich mir, an diesem Punkt angelangt, ein Tee helfen kann – den ich auch jetzt gerade schlürfe…
Ich kam zu der Erkenntnis, dass ich mir zu viele Gedanken mache, zu hohe Ansprüche habe und das sowas nur nach hinten los gehen kann. Schließlich werde ich nachts meist vor ihm wach, wenn er Hunger bekommt – also glaube ich, kann man sich als Mutter sehr wohl auf seine Intuition verlassen.

Obwohl es mir schwer fällt, muss ich wohl oder überl darauf verzichten, perfekt sein zu wollen. Ich gebe mein Bestes, und muss mich mit dem Gedanken anfreunden, dass das Beste, nicht immer perfekt sein kann. Aber das Streben danach, hilft uns allen, sich und sein Handeln zu reflektieren, und dann zu verbessern (falls möglich). Außerdem kann ich ja nur das Geben, was auch in meiner Macht steht (auch wenn ich mir häufig wünsche, es wäre anders)… ich kann nun mal keine Blähungen weg zaubern, oder Krankheit von ihm abhalten. Genau so wenig werde ich ihn vor Schmerzen bewahren können, oder vor Enttäuschungen. Aber ich kann für ihn da sein. Mit meinem ganzen Herzen – und darauf Vertrauen, dass ich das Richtige tue.

Möchtet ihr auch perfekt sein?

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14 Gedanken zu “(Motherhood) I am perfekt…

  1. ein Kind in einer perfekten Umgebung, das immer auf die Sekunde genau das bekommt, wonach ihm ist – hat dieses Kind einen Anreiz sich weiterzuentwickeln? Kann es geistig wachsen?
    Ich würde beide Fragen mit nein beantworten.

    Und das allerwichtigste: Ich bin überzeugt, dass Du eine ganz tolle Mutter bist. Denn Du reflektierst und hinterfragst Dich selbst und Du möchtest es gut, ja perfekt machen. Mehr braucht es nicht, um die beste Mama der Welt für Dein Kind zu sein.

  2. Schönd as Du Dich da selber etwas “runterholen2 kannst. ^^
    Ich kenne das Gefühl nur zuuu gut, mir geht und ging es oft genauso.
    Ich erinnere mich mit Schrecken an die erste Nacht in der klein Mimi plötzlich zahnte und ich mit dem aus Leibeskräften vor Schmerzen brüllenden Baby im Arm 2 Stunden lang schunkelnd und schaukelnd durchs Haus lief. Alles versuchte und einfach nicht wusste was meine Kleine hat, schließlich selbst Rotz und Wasser mitheulte und verzweifelt beim Ärztenotdienst anrief. Diese 2 Stunden waren mir ein Ewigkeit, voller Verzweiflung weil ich nicht wusste was mein Baby denn nun hat und ich ihr nicht helfen konnte.
    Ich machte mir große Vorwürfe danach, denn ein Schmerzzäpfchen hätte ihr in dem Moment einfach helfen können.
    Späte wusste ich dann meist ziemlich genau wann sie zahnt, doch gibt es eben immer wieder diese plötzlich neuen, unerwarteten Momente, wo alles doch wieder anders ist als sonst.
    Immer wenn alles etwas eingespielt war, wir uns besser kannten und eine Art Rhythmus da war, kam pltzlich wieder alles anders. *g*
    Ich gab mein Bestes und wusste es in dem Moment einfach nicht besser.
    Mittlerweile denke ich mir: Das gehört doch ebenso zum Leben dazu, man weiß nicht immer alles, macht nicht immer alles perfekt… auch unsere kleinen Lieblinge müssen das wohl lernen, hauptsache ist eben doch, wie Du schon schreibst, das sie in jedem Moment unsere endlose, aus tiefstem Herzen kommende Liebe spüren!
    Dann ist alles gut denke ich.
    Du machst das schon, so gut Du kannst und besser könntest Du es ja nicht machen.
    Ein so schöner Post, ich denke es geht sooo vielen Müttern genau so.
    Allerliebste Grüße
    MamaMia

    • Ja, ich hoffe damit auch andere Mütterherzen zu erreichen… ich denke, wir alle wollen nur das Beste für unsere Kleinen Herzechen – und wir würden scjhließlich Himmel&Hölle in Bewegung setzten, damit es ihnen gut geht…
      Man sagt nicht umsonst, dass Kinder einen lehren, was grenzenlose Liebe ist…

  3. Perfekt sein möchte fast jeder, aber es kommt nie darauf an perfekt zu sein. Meine Kindheit war nicht perfekt, meine Mutter war nicht perfekt, und ich hatte dennoch eine ganz wunderbare Kindheit mit vielen schönen Erinnerungen. Also versuche nicht perfekt zu sein, dich nicht zu beurteilen ob du alles richtig machst. Liebe ist das Richtige, und Liebe ist nie ganz perfekt :-) Aber sie ist das Beste was man geben kann.

    Beste Grüße,

    Kivi

  4. Hallo Wölfin, ich wollte auch lange alles perfekt machen. Inzwischen nicht mehr, inzwischen reicht es mir, es gut zu machen. Und das tue ich. Wenn alles über mir zusammen bricht – was leider häufiger passiert, je größer sie werden – dann lese ich hier: http://momastery.com/blog/
    Kennst du Glennon und ihren Blog? Falls nicht, und falls du damit nichts anfangen kannst, behalte es einfach mal im Hinterkopf.
    Alles Liebe von Nina

  5. Frag mal deine Mutter (oder andere Mütter jetzt erwachsener Kinder), wie das beim ersten (zweiten, dritten) war. Wieviel sie da geraten haben. Und dann schau dir an, was aus den Kindern geworden ist.

    Mit einem müssen sich junge Eltern abfinden: Sie werden Fehler machen. Einen ganzen Eimer voll. Aber ich denke, solange die Kinder sich geliebt und verstanden fühlen, ist das gar nicht schlimm.

  6. Ich denke, jede möchte es bestmöglich machen, und das ist auch gut so. Mit der Zeit hab ich gelernt, dass mehr als bestmöglich einfach nicht geht und auch nicht gut wäre. Wichtig ist einfach, dass man als Mama da ist, auch wenn das Kind gerade etwas sehr unangenehm findet und es da durchbegleitet. Dass man dem Kind das Gefühl gibt, ja, das ist jetzt grad schlimm, aber ich bin da und ich weiß, du schaffst das.
    Sei nicht so streng mit dir… immer einen Schritt vor den anderen setzen. :-)
    Alles Liebe, Katharina

  7. Hi Wölfin,
    jaja der Perfektionismus, der ist nicht ohne und er ebnet den Weg in die Wochenbettdepression. Ich erlebe ihn sooft mittlerweile. Gut, dass Du ihn erkennst. Viele Mütter machen es 200%, denken aber gleichzeitig über sich, alles falsch zu machen. Irgendwann ist man fertig mit den Nerven, der Energie, dem Muttersein. Es geht leider sehr vielen so und dieser innere Anspruch nimmt einem die schöne Zeit.

    Oberste Regel: Sorge gut für Dich! Geht es Dir gut, so geht es Deinem Kind gut.
    Man kann nicht immer erkennen, was das Kind jetzt braucht. Außerdem kann er wirklich Bauchweh gehabt haben, was dann in Hunger übergeht. Dann hast Du es beide Male richtig erkannt. Und selbst wenn nicht, ist auch nicht dramatisch. Dein Kind fühlt, dass Du Dich seinen Nöten annimmst.
    Schau Dein Kind an und fühle den Fluss der Liebe zwischen Euch beiden, von Herz zu Herz. Und dann schick von diesem Gefühl etwas in Deinen Bauch, öffne Deine Intuition. Mit der Angst, etwas falsch zu machen, schließt Du den Kanal zur Intuition. Die Angst macht Dich eng und verhindert das Fühlen. Immer wenn sie kommt, dann spür bewusst den Fluß der Liebe, der hilft Dir wieder in Deine Mutterkraft zu kommen, Dir zu vertrauen.
    Lass Dir eine sanfte Bauchmassage geben mit Rosenöl. Stärke Dein KU!
    Intuition ist fühlen, denken Kopf.

    Alles Liebe, Isabelle

  8. Mutterschaft ist Dienen in seiner reinsten Form und die größte spirituelle Übung. Perfektion gibt es nicht, nur Liebe und das Bemühen es im Rahmen seiner Möglichkeiten so gut wie möglich zu machen. Mutterschaft ist auch ein Weg der Schmerzen und der Angst, oft bringst sie uns an unsere Grenzen. Und dann wachsen wir über diese Hinaus, das ist das Schönste. Mutterschaft vollzieht sich durch Vorbildfunktion und nichts anderes. Sie bedeutet die Abschleifung des eigenen Egos, durch Eigenverantwortlichkeit führt sie zur Freiheit, sowohl für die Mutter, als auch für das Kind.

    Ich danke meiner Mutter-der Eule- die mein größtes Vorbild ist. Sie hat mir das Streben nach Perfektion vorgelebt und mir alles gegeben, was sie hatte- parallel dazu hat sie mir ihre und meine Grenzen aufgezeigt und mir vermittelt, dass jeder seinen eigenen Weg zu beschreiten hat, was für mich die wichtigste Lektion meines Lebens darstellt. Ich liebe sie für ihre Hingabe und ihre Härte. Dank ihr habe ich Flügel.

    Ich weiß, dass Du das auch kannst.

    • *Tränen weg wisch*
      Das ist ein wirklich sehr berührender Kommentar. Und ich wünsche ir von Herzen, dass auch mein Sohn (oder meine Kinder??) das Später über mich sagen werden.
      Danke für dein Vertrauen!

  9. Pingback: Jahresrückblick 2013 | Wilde-Wölfin

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