Über Wut

ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich hatte häufig das Problen, dass ich Wut als ein sehr negatives Gefühl angesehen habe – es bedeutete für mich: Zerstörung, Streit und Krach

Allerdings hat sich meine Einstellung zur Wut drastisch geändert, ich bin darüber sehr dankbar, und hoffe auch eure Sicht auf dieses „schlimme“ Gefühl ein wenig ändern zu können.

Schaut man sich das Gefühl einmal an, wird einem schnell klar, dass man meist nur wütend wird, wenn man das gefühl hat, in die Ecke gerdängt worden zu sein, man „feststeckt“ und nicht heraus kommt, oder wenn Grenzen überschritten wurden, Bedürfnisse nicht wahr genommen werden. Es ist also ein sehr Kraftvolles Gefühl, was uns hilft, für uns selber ein zu stehen.

Wenn dich eine Situation traurig macht, oder du enttäuscht bist, dann kommst du häufig nicht weiter, bist wie gelähmt. Ich selber steckte in einer Situation feste, in der ich nicht weiter wusste. Auch hatte ich das Gefühl, alles in meiner Macht stehende getan zu haben, aber immer noch, blieb das erhoffte Ergebnis aus, und ich fühlte mich weiter verletzt und traurig. Über ein halbes jahr knabberte ich an der Situation und ärgerte mich innerlich über mich, dass ich es nicht schaffte, besagte Situation zu überwinden.

Dann, dankenswerterweise, wurde etwas an mich heran getragen, was mich richtig wütend machte… Ich hatte das gefühl „Es reicht!“ Und in mir begann der Wolf die Zähne zu fletschen. Plötzlich war ich so voller Energie und Kraft. Die Wut kommt zu mir um mir zu helfen – mich aus den Fesseln der Traurigkeit zu befreien und mich aus der Situation heraus zu holen. Auch wenn sie zerstörerisch ist, so ist sie doch etwas, was mir helfen will – in meinem Team ist.

Wut kann also grundsätzlich nicht schlecht sein – auch wenn sie etwas zerstört. Aber es ist auch in zahlreichen Geschichten so, dass erst etwas zerstört wird, um dann neu aufgebaut zu werden… Cerridwen fragte danach, ich gebe es in ihr. Es wurde zerstört, aber ich weiß, dass ich es zurück bekomme. Es ist dann etwas anderes…

Wut ist also weder gut noch schlecht – sie ist einfach – einfach für uns da… ich erlebe sie als große dunkle Schwester, die auf mich auf passt, mir den Rücken stärkt. Sie ist so mächtig, und doch hält sie sich zurück, wartet, ob ich es nicht auch alleine schaffe.

Mit ihr zu arbeiten, bedeutet für mich auch, in meiner Kraft zu sein, denn sie zeigt mir, wo meine Bedürfnisse, Grenzen sind, und hilft mir, für mich selber ein zu stehen.

Wie ist euer Verhältnis zur Wut?

Habt ihr Angst davor? Ist sie für euch gut/schlecht?

Wie geht ihr mit ihr um?

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4 Kommentare zu „Über Wut

  1. wut ist … das ist alles. sie kann helfen, als auch zerstören. das schöne an ihr ist, und das beschreibst du ja auch, dass sie hilft „in die kraft“ zu kommen. es ist wie so vieles eine frage, wie wir etwas nutzen.

  2. Wilde Wölfin,

    für mich war Wut auf bestimmte Dinge lange nicht spürbar – ich habe sie als nicht berechtigt empfunden – sie hat sich bei mir erst im Laufe von vielen Jahren entwickelt – doch als sie dann aus mir herausbrach, fühlte ich mich erst richtig lebendig, frei und unbeschwert. Davor hat die aufgestaute Wut und die Angst vor ihr mich innerlich versteinert und mich behindert mein Leben in die Hand zu nehmen…Wut ruft starke Kräfte hervor!

    1. Oh ja – und sie macht frei! Sie will beachtet werden! Wunderbar, dass du deinen Weg zur Wut gefunden hast und nun Hand in Hand mit ihr gehst! Du bist eine starke Frau!

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