Ahnenkraft

Da Samhain ein Mondfest ist, würde es eigentlich erst am 14. November (Neumond) gefeiert – aber, die meisten, wie auch ich, werden heute ein wenig feiern. Man sagt, dass die Grenze des Diesseits und der des Jenseits in dieser Nacht besonders durchlässig ist, und so gedenkt man heute, seiner Ahnen, den Verstorbenen – die, die vor dir da waren.
Ohne sie, wärst du heute nicht da – sie haben dir den Weg geebnet – ihn für dich vorbereitet. Und du trägst so viel von Ihnen in dir…

Ich gedenke heute (u.a.) meinem Opa, der mir persönlich ganz viele Gaben geschenkt hat, die ich nun, voller Stolz trage…

Als kleines Mädchen habe ich an seinen Perry Rodan Heftchen meine ersten Lese-Versuche gemacht – ich mochte die Bilder auf den Heften und fragte immer, was dort stand – gemeinsam fanden wir die Titel heraus und er erzählte dann etwas über das Abenteuer, welches im Inneren des Heftchens stand. Dann gingen wir auf die Reise – ins Weltall. Ein altes Radio war unsere Schaltzentrale, der alte Fernseher wurde zum Bidschirm ins All… Wir erkundeten neue Planeten, fanden neue Rassen und lernten neue Sprachen. kein Wunder dass ich eine geheime Liebe zu StarTrek und Co hege… Und ich war mir damals sicher – er war ein Vulkanier ^^

Außerdem übte ich mit ihm meine ersten Yoga-Sitze, lernte ganz viel über Geschichte, Biologie und Medizin. Er war sehr interessiert an Neuem – und so trage ich vieles von ihm immer noch in mir – und bin sehr stolz darauf, so einen Opa gehabt zu haben!

Kleine Dinge, die ich tue, um ihn zu ehren (um nur ein paar zu nennen):

* Wenn ich morgens Haferbrei esse, denke ich an ihn (er aß es täglich, und nannte es „Schlempe“)
* Bei bestimmten Yoga-Übungen (Sonnengruß)
* Bei der Betrachtung der vielfältigen Bücher
* Wenn ich heimlich die Melodie von Raumschiff Orion summe
* Kastanien (er trug immer welche in der tasche – als Handschmeichler – sie waren glatt geschliffen)
* Ruf der Taube nachahmen, auf einer Eichelhülle pfeifen…

Ich bin so dankbar, dass er mir so viele dinge beigebracht hat, und ich ihm so nah sein darf. Ohne dich, wäre ich nicht die, die ich heute bin! natürlich ist er nicht mein einziger Ahne, dem ich heute gedenken möchte – aber er ist es, den ich mit euch teilen mag 🙂

Heute stelle ich ein Licht auf – für ihn, und lege meine gesammelten Kastanien um die Kerze – eine ist in meiner Jackentasche – als Handschmeichler 😉
Nachtrag: Liathano hat dieses wundervolle Samhain-Lied von Lisa Thiel eingestellt – das musste ich hier noch für euch verlinken, weil es soooo schön ist! Und dann gleich noch ein „Ahnen-Chant“ für das Ahnen-fest auch von der Lisa ^^ (die Lyric zum Mitsingen ist auch mit dabei)

Wem gedenkt ihr heute?
Wie war eure spezielle Verbindung?
Was könntet ihr noch tun, um der Person zu gedenken?

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6 Kommentare zu „Ahnenkraft

  1. Liebe Wölfin, heute gedenke ich als Ex- Gute – Katholikin niemandem, das tue ich morgen. Obschon ich natürlich der wichtigsten Ahnin immer gedenke. Meiner geliebten Oma. Mit ihr habe ich meine Kindheit, meine Jugend und das frühe Erwachsenenalter verbracht, bis sie leider ging. So viel habe ich von ihr, jeden Tag wenn ich koche, denke ich an sie. Wenn mir der Wirsing in Dinkelmehlschwitzehafersahnesoße mit Kartoffeln gelingt und ich mich freue, dass ich ihr Erbe weiter gebe (auch wenn sie ’natürlich‘ nicht vegan kochte..). Wenn ich meine Kinder „Liebchen“ nenne, so wie sie mich immer genannt hat. In der Kommunikation mit meinem Mann – sie war mein Rollenvorbild, was eine glückliche, funktionierende, liebende Ehe anging. Ach ja..

    Sie ist nun schon 13 Jahre nicht mehr auf dieser Welt – ihre Telefonnummer kann ich dir noch nachts um drei im Tiefschlaf sagen.
    Es ist für mich gut und wichtig, der Ahnen zu gedenken. Ohne sie wären wir nicht. In Liebe und Dankbarkeit: Nina

  2. Was für eine schöne Geschichte! So einen Großvater hätte ich auch gern gehabt (ich habe beide Großväter leider nicht kennen gelernt). 🙂

    Ich gedenke heute vor allem meiner Oma. Ich erinne mich noch daran, ganz oft mit ihr Kuchen gebacken zu haben – in einer großen Steinschüssel, mit einem hölzenen Rührstab, ganz ohne irgendwelche Technik und modernen Schnickschnack haben wir immer zusammen Teig gemacht, dann Obst aus dem Garten geschnitten, den Kuchen belegt und in den Ofen geschoben. Ich erinnere mich, wie sie mir jeden Tag einen Apfel aufgeschnitten hat – heute werde ich das für sie tun. Ich erinnere mich, wie wir Kräuter sammeln waren und winzige Hirtentäschlblätter oder Wiesenkleeblüten geknabbert haben dabei. Auch ich verdanke ihr viel – vor allem meine Naturverbundenheit und mein Küchenhexendasein.

    Dir und deinen Ahnen wünsche ich heut eine berührende Zeit und alles Liebe,
    Liath

  3. Schöne Erlebnisse, du du da mit uns teilst..
    Ich würde meinem Opa gedenken, der aber dieses Jahr erst verstorben ist.. Normal sagt man ja, die Toten brauchen ein Jahr um komplett in die andere Welt rüber zu wandern.. Daher bin ich etwas unschlüssig was ich genau tun soll.

    Alles Liebe,

    Raven

    1. Ich würde ihm trotzdem ehren. In dem ersten jahr, wo Opa verstorben war, sind wir zu seinem Grab gegangen, haben ihm ein Licht gebracht (bzw. mehrere) und mit ihm getrunken (einen Apfel) und gespeißt (Wasser) – das könntest du tun ^^

  4. Hallo Ana, ich fühle mich immer meiner Oma mütterlicherseits besonders verbunden, die ich aber leider kaum kennen gelernt habe. Sie starb, als ich etwa 3 war. Ich erinnere mich nur, dass sie immer Papiermännchenketten mit mir ausschnitt. Das fand ich toll. 🙂 Dann ehre ich an Samhain immer besonders meine Schwester, die 2 Jahre bevor ichg geboren wurde bereits vor ihrer Geburt starb. Interessanterweise ist sie mir in der Anderswelt eine ‚richtige große Schwester‘ – 2 Jahre älter als ich und immer eine tolle Unterstützung und Beraterin. Ich war so froh, als ich sie bei meiner ersten Reise ins Ahnenhaus dort fand….! Ich habe eine Schwester….! *lächel* Ach, und da gäbe es noch so viel über verschiedene interessante Ahnen zu erzählen… 😉
    Übrigens, ich habe meinen Blog mal pünktlich zu Samhain ‚reanimiert‘. Schau doch mal vorbei. 😉
    Liebe Grüße von Aine

  5. Was für ein wunderbarer Eintrag! Mein Opa konnte zwar nicht mit Yoga, Vogelpfeifen und Perry Rodan aufwarten, dafür habe ich ihm aber gerne zugesehen wenn er gezeichnet hat und bin ein wenig traurig daß ich seine Bilder nicht mehr habe.

    „kein Wunder dass ich eine geheime Liebe zu StarTrek und Co hege… Und ich war mir damals sicher – er war ein Vulkanier“
    Wie süß ❤

    Und ich frag mich noch heute, woher meine Star Trek Liebe kommt… Obwohl… mein Opa hat damals immer mit mir zu den Sternen gesehen, fällt mir gerade ein. Er hat mir die Sternbilder erklärt, die er kannte. Vielleicht hat mich das irgendwie geprägt.

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