Konsum-Diät

Du glaubst, deine Freude rühre vom Kaufen und Empfangen her; wie könntest du dich an das Gegenteil erinnern, da man sich so sehr bemüht hat, die Bande zu knüpfen, die dich mit den Dingen verbinden.
– Antoine de Saint-Exupéry, Die Stadt in der Wüste – (Quelle)

*

Wenn ich mir die Menschen ansehe, die durch die Städte laufen, und in ihre Gesichter sehe, so sind sie leer und freudlos. Sie hetzten mit ihren vollen Taschen von einem Laden in den nächsten, und geben mehr Geld aus, als sie eigentlich haben – für Dinge, die sie eigentlich gar nicht brauchen. Mir wird bewusst, dass wir häufig in dem Glauben sind, dass wir uns „Glück“ kaufen könnten, oder ihn durch materiellen Wohlstand irgendwann einmal erreichen… Aber jetzt mal ehrlich: Wer glaubt da denn „wirklich“ dran?

Wir tauschen ein Handy gegen ein neueres – und sobald wir es haben, ist es schon fast wieder alt – und wir streben danach, uns ein neues zu kaufen… Ich erlebe dieses Verlangen bei Büchern… und dann „will ich es haben“ – und wenn ich es dann habe, stelle ich fest, dass es dieses Gefühl gar nicht wirklich befriedigt – ich bin sogar eher noch enttäuscht.

In dem vergangenem Jahr war ich ganz dankbar, dass ich weniger Bücher gekauft habe – sondern mir die, die mich interessierten, einfach in der Bibliothek ausgeliehen habe. Natürlich waren da immer noch einige, die ich mir besorgte, aber schon weniger, als in den Jahren zuvor. Es gab allerdings einen Punkt, an dem mir das oben geschriebene Szenario auffiel – und ich war ein wenig über mich selbst erschüttert – dachte ich doch, ich sei gar nicht sooo gierig…Und wenn ich ehrlich bin – ich brauche das alles gar nicht, um glücklich zu sein…

What to do?

Jademond rief auf ihrem Blog dazu auf, eine „Wolldiät“ zu machen – sie wollte nur wenig bis gar keine Wolle mehr kaufen, und hat auch schon im vergangenem Jahr damit gute Erfahrungen gemacht…Eine Wolldiät ist allerdings für mich nicht ganz so passend – ich bräuchte eine Bücherdiät ^^ Aber ich würde viel lieber dieses Jahr eine „Konsum-Diät“ starten. Das heißt so viel wie:

* weniger Bücher kaufen

Ich möchte vielmehr meine Bücher in der Bibliothek ausleiehen (wenn vorhanden) oder mit lieben Menschen austauschen (wenn sie denn wollen). Falls es dann doch Bücher gibt, die ich unbedingt haben muss, dann könnte ich sie mir schenken lassen, tauschen oder mir zu besonderen Gelegenheiten (Erreichung eines Ziels) selber schenken. Außerdem möchte ich mich dieses jahr wieder von einigen Büchern trennen – und dann könnte ich es in eine Spardose packen „Büchergeld“ und mir nur von diesem Geld, gebrauchte oder neue kaufen.

* Kosmetik und Co

Als Frau verfalle ich gerne diversen Cremes und anderen Kosmetikartikeln. Ich bin sehr stolz, dass ich im vergangenem Jahr mir nur eine Sorte Creme angeschafft habe, mit der meine haut sehr gut zurrecht kommt. Das möchte ich beibehalten – und wenn sie leer ist, darf sie ersetzt werden – genau so, wie mein Hautöl und meine Seife & Shampoo. Ich möchte aber weniger Lustkäufe machen – z.B. Nagellack, Makeup und so etwas – ich möchte dieses Jahr vermehrt, die Dinge aufbrauchen, die da sind.

* Kleidung

Natürlich bin ich bestrebt, wieder in die alten Kleidungsstücke zu passen, die ich noch vor der Schwangerschaft getragen habe. Sollte es nicht so sein, möchte ich mir eher Kleidung SecondHand kaufen – auch für den Bauchzwerg. Damit habe ich schon im vergangenem Jahr begonnen, und es gibt nur wenig Dinge, die wir uns neu kauften (Manduka&Wickelkommode, ein Erstlingsset&Wolldecke) – der Rest ist geschenkt worden oder gebraucht. Und ich habe trotzdem dafür Sorge getragen, dass es hochwertige Materialien sind, möglichst biologisch/ökologischem Ursprungs.

* Spielzeug

Für den Zwerg habe ich eigentlich nicht vor, Spielzeug zu kaufen – ich denke, wir werden sicherlich einiges geschenkt bekommen (bitte Holz). Aber der zwerg wird so viel zu entdecken haben, da kann er eh nichts mit einem haufen Spielzeug anfangen…

* Nahrungsmittel

Ich möchte dieses jahr besser wirtschaften mit den lebensmitteln im haus – das heißt, die Mahlzeiten besser planen, so dass weniger übrig bleibt – oder aus „Resten“ etwas neues kochen… damit werde ich mich noch ein wenig auseinander setzten müssen…

* Wolle

Da ich noch einen ganzen Batzen an Filzwolle hier habe, möchte ich diese erst einmal verbrauchen… Es gibt da Fraben, mit denen ich meistens arbeite – und dann gibt es welche, mit denen ich (bisher) kaum etwas gemacht habe – das gibt mir die Möglichkeit, mit ihnen herum zu experimentieren – und zu schauen, was ich dabei lerne… Allerdings gestatte ich mir, diverse Lieblingsfarben (weiß!) – dann nach zu kaufen 🙂

Ich möchte mir aber ab und an etwas Gutes tun – das heißt auch, mir etwas „gönnen“. Dann sollen das Momente sein, in dem ich ein Ziel erreicht, mich verbessert habe, oder etwas besonderes passiert ist 😉

Wäre ein solches Projekt auch etwas für euch?Habt ihr noch „Diät“ Ideen, die man kreativ umsetzten kann?
Wo würdet ihr euren Konsum einschränken – oder was sind eure „Geld-Ausgeb-Domänen“?

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28 Kommentare zu „Konsum-Diät

  1. Hallo wilde Wölfin!
    Ich finde deinen Artikel sehr interessant, weil er mich auch wieder daran erinnert, nicht allzu viel zu konsumieren.
    Bei mir sind es in jedem Fall auch Bücher – ich habe schon Regalemangel, weil ich einfach zu viele Bücher habe. Dann hab ich halt noch den Tick, dass ich (selbst bei Büchern aus der Schulzeit) denke, ich lese die vielleicht irgendwann nochmal, was höchstwahrscheinlich sowieso nicht passieren wird – aber es fällt mir bei den meisten Büchern schwer, sie auszusortieren.
    Auch bei Wolle bin ich ganz groß dabei – aber ich finde es eigentlich nicht schlimm, bei Dingen zu konsumieren, die einem gut tun und mit denen man kreativ sein kann. Bei Make-up und Klamotten finde ich es tragischer, weil, wenn wir mal ehrlich sind, wir genügend -und auch hübsche!- Klamotten im Schrank haben und nur meinen, wir bräuchten neue. Dann wird irgendeiner Illusion nachgehetzt und wenn man die Klamotten dann dreimal getragen hat, merkt man, dass man trotzdem noch die alte ist und die Kleidung keine Veränderung herbeigeführt hat. Wie auch, das können nur wir selbst. Und es dauert wesentlich länger als „49,50€ bitte“. Aber es soll ja auch echt sein und daher muss es wachsen.
    So, ich merke grad, ich könnte wahrscheinlich noch 3 Bücher zu dem Thema schreiben und höre jetzt mal auf – danke für diesen Beitrag – für mich kam er grade zur richtigen Zeit!
    Liebste Grüße, Hexesofia

  2. Das Thema des Konsumierens beschäftigt mich auch,bei mir sind es Bücher . Ich versuch es auch noch mal mit der Bibliothek….

    Die Stadt in der Wüste ist eines meiner Lieblingsbücher

  3. Guten Morgen!
    Ich mache immer wieder gerne ein sog. Kauffasten, d.h. gekauft wird nur das aller nötigste. Ich empfinde es als total toll, weil ich
    – mehr Zeit habe (da ich weniger in sog. Bedürfniserweckungsanstalten herumhänge)
    – mehr Energie (Geld steht ja symbolisch auch für Energie)
    – viel mehr Freude an dem was einfach da ist
    – und das schönste: Die Magie hält wieder Einzug in mein Leben, weil die Dinge, die ich wirklich brauche kommen von ganz alleine zu mir. Das ist so wunderbar, das zu erleben. Das nehme ich mir aber, wenn ich mir jeden Wunsch ad hoc erfülle.

    Danke, Dein Beitrag erinnert und motiviert mich, es wieder bewusst zu leben – das einfache Leben.

    Einen schönen Sonntag!
    Isabelle

  4. ein wunderbarer Post, in dem ich mich oftmals wiedererkenne und den ich mir sehr gerne als Vorbild nehme. Nicht als Vorsatz für 2013, sondern ich möchte mir den als generelle Lebenshaltung verschaffen. Ich habe mir viele Dinge gekauft in meinem langen Urlaub, was auch ok war, doch es gibt auch vieles, das herumsteht und aufgebraucht werden sollte. Ich mag mich nicht mehr immer vom neuesten Shampoo und einer weiteren LE verführen lassen, sondern erstmal das brauchen was hier ist – ausgenommen ist mein Weg des Umsteigens auf Naturkosmetik, da werde ich die konventionellen Produkte, die ich noch habe einfach weiterverschenken an jemanden, der die auch gerne benutzt.

  5. Als Studentin mit sehr geringem Einkommen bin ich eh immer auf Konsum-Diät. In meinem Umfeld kaufen sich viele viel zu viel – und sind schon mit Mitte 20 total verschuldet, das finde ich krass. Ich wurde von einer Frau aufgezogen, die einen Krieg und die Nachkriegszeit mitgemacht hat – natürlich wurde ich da auch gelehrt, sparsam zu leben und nur dann Geld auszugeben, wenn ich 2-3 mal drüber nachgedacht habe. Ein neues Handy würde ich mir zum Beispiel nie kaufen, solange mein altes noch geht (deshalb habe ich auch zB kein Smartphone).

    Natürlich gönne ich mir dennoch ab und an was Schönes – ich habe einen prall gefüllten Kleiderschrank (tausche aber auch oft Kleidung) und viele Bücher (wobei ich inzwischen das meiste auch gebraucht erwerbe/tausche). Aber es gibt Monate, da gebe ich neben den Fixkosten wie Miete und Co gerade mal 50 Euro aus – nämlich für Nahrungsmittel, die ich zum leben ja brauche, und das war es dann.

  6. Haha, eigentlich überflüssig zu erwähnen das ich als einer der Neujahrsvorsätze auch Konsumeinsparnis geplant hatte, was? 😀

    Erinnert mich übrigens auch an den Deepak Chopra Film den ich gestern geguckt habe. Er erzählt von einem Besuch in Kuba. Auf den Straßen spielen die Großeltern lachend mit ihren Enkeln, Menschen singen, in dem Cafe in dem sie einkehren fordert der Kellner sie auf mit ihm zu tanzen. Da fragt er seinen Freund warum die Menschen auf Kuba so glücklich wären und dieser antwortet ihm „es gibt hier nichts zu kaufen, also konzentrieren wir uns auf unsere Beziehungen anstatt auf Konsum“.
    Deepak sagt das wäre einer der Gründe wieso wir so unglücklich sind, weil wir versuchen unser Glück durch Konsum zu finden.

    Fühl dich gedrückt.
    Karmi

  7. Ja, so empfinde ich es auch. An Weihnachten kam das übrigens wieder mal ganz deutlich raus. Das Haus meiner Eltern ist völlig überfüllt mit Klimbim von Flohmärkten, Konsumdroge Tchibo, Aldi etc. Statt ihnen noch einen weiteren Gegenstand zu schenken, habe ich mich für das Konzept dieser Seite entschieden: http://www.zeit-statt-zeug.de/ und ihnen einen Abend geschenkt, an denen ich sie bekoche. Das wäre also eine Art Krempel-Diät für Weihnachten und andere Geschenk-Anlässe.

    Ich musste vor einem Jahr gezwungenermaßen eine Konsumdiät einlegen, weil mein Freund und ich in eine ziemlich kleine Wohnung gezogen sind und die Hälfte unseres Hausstandes auf dem Speicher gelandet ist. Schon nach wenigen Wochen habe ich gemerkt, dass ich NICHTS vermisse, obwohl der ganze Speicher vollgestopft war! Seitdem fällt es mir gar nicht mehr so schwer, zu verzichten, weil ich weiß, es würde doch nur wieder da oben landen. Außerdem macht jeder zusätzliche Deko-Artikel unsere Wohnung ganz schnell ungemütlich und eng. Also wozu? Ich habe mich seitdem viel mit Feng Shui beschäftigt und die Einstellung übernommen, nur das aufzustellen, was wirklich eine emotionale Bedeutung für mich hat. Den Rest lasse ich gehen.

    Ich finde auch, dass es eine ungemein befriedigende Erfahrung ist, zu sehen, mit wie wenig man eigentlich auskommt. Früher ging es ja auch! Besonders in der Küche habe ich mich von den meisten Geräten, doppelt und dreifachen Ausführungen von Schneidebrettern, Schneebesen und Kartoffelschälern getrennt und lebe seitdem mit einer Grundausstattung. Und das funktioniert super. Klar ginge es schneller, die Teigmisch-Maschine anzuwerfen, aber ich kann das gleiche mit meinen Händen erreichen, erlebe den Prozess wieder mehr und bin danach auch noch stolz auf mich.

    Eine super Sache so eine Konsum-Diät, ich kann nur bestätigen, dass man sich befreit fühlt und Platz für das Wesentliche schafft!

  8. Besonders nach Weihnachten fällt es mir schwer das Konsumieren wieder einzustellen. Diese Konsumgeprägtezeit hängt immer irgendwie ein bißchen nach. Aber ich finde diese Art von Diät gut. Ich glaub ich werde auch etwas dazu schreiben und mit machen.
    Liebe Grüße
    Emily

  9. Gute Idee…. Bücher, Wolle, Badezusätze da bin ich auch suchtgefährdet 😉 Meinen Wollvorrat werde ich auch erst einmal aufbrauchen (habe aber noch einen Gutschein, der MUSS weg), war ganz stolz, als ich am Freitag an Buchläden vorbei gegangen bin und Badezusätze will ich selbst machen. Mal sehen, danke für die Anregung 🙂

  10. Hallo auch von mir Bloglosen 🙂
    Ein sehr interessanter Post und ich kann dir eigentlich nur zustimmen. Mit rotem Kopf muss ich gestehen, das ich mir letzte Woche trotz zweier RANDVOLLEN KISTEN Wolle noch einmal ein paar Knäul gekauft habe……
    Aber solche An wandlungen habe ich zum Glück sehr selten und versuche wirklich sehr bewusst ein zu kaufen. Ich überlege mir jede Ausgabe normalerweise zwei mal und das mit der Wolle hat sich nun für dieses Jahr definitiv erledigt.
    ABER bei einem kann ich dir nicht zustimmen… Bücher. Mit einer eher schlechten Kindheit waren meine Bücher das einzige, was mir Schutz und Trost gegeben hat. Sie sind mir bis heute einfach sehr sehr wichtig. Ich habe kein Problem, Bücher aus zweiter hand zu kaufen, ganz im Gegenteil. Aber wieder her geben kann ich kein einziges. Mit jedem verbinde ich etwas, sie strahlen etwas aus. Das Geräusch der Blätter, der duft…. das würde ich mit nicht verbieten…

  11. Bücher, Wolle, Seifen/Duschgels – wohl für viele ein Thema 🙂
    Bei Büchern habe ich mich schon vor 2 Jahren auf Nulldiät gesetzt und bis auf ein paar arge Rückfälle gut durchgehalten. Bei Duschgels und Seifen halte ich mich seit letztem Jahr gut zurück.
    Dafür kaufe ich jetzt noch mehr Wolle und Tees – irgendeinen Konsumwahn scheine ich zu brauchen…

  12. Das meiste Geld gebe ich für gutes Essen und für Kreativität aus. Und da ich gerne vieles ausprobiere und meine Hobbies zahlreich sind, gibts eigentlich wenig was ich da nicht gebrauchen kann. Selbst Metallschrott sammle ich im Keller.
    Ein schlechtes Gewissen macht mir das nicht, ich bekomme aber langsam ein Stauraum Problem das ich in diesem Jahr unbedingt regeln will.
    Im letzten Jahr habe ich auch vermehrt Fachbücher gekauft, ansonsten tausche ich Romane und co, bei Bookcrossing und Tauschticket.
    Durch viele Fachbücher die ich mir in den letzten Jahren zugelegt habe, habe ich eine Menge gelernt und mit autodidaktisch beigebracht oder wertvolle Tipps erhalten, die ich jetzt gerne auch an andere weitergebe.
    Kreativität verbiete ich mir also nicht, sondern lasse es fließen solange es geht. Mein einziger wirklicher Konsumartikel der vielleicht nicht dringend notwendig war, ist mein noch nicht mal 1 Monat altes Smartphone, aber das liebe ich jetzt schon, denn damit kann ich jetzt unterwegs ganz praktisch Geocachen ohne das olle GPS mitzunehmen. Mein altes nutze ich dann jetzt als Geschäftshandy, da ich meine Festnetznummer nicht ins Netz stellen will. So, kriegt es am Ende doch noch einen Sinn 😉

  13. Meine konsumverführungen sind: Essen, Geschenke für andere Menschen und Bastelzeug/Künstlerbedarf. Aber ich denke, mein Kaufverhalten habe ich bis auf Nr. 1 schon recht gut im Griff. Mal mehr, mal weniger. Deshalb bei mir keine Konsumdiät sondern eher achtsames Konsumieren 🙂

  14. Essen sehe ich nicht als Konsum- zumindest nicht, wenn ich anständiges kaufe, was mich wirklich nährt.
    Seit dem neuen Job habe ich meinen Kosmetik/Nagellack Konsum extrem runtergeschraubt, weil ich beides nicht tragen darf. Und für die Wochenenden und Ferien habe ich definitiv genug Kram. Das kam mir also ganz gelegen, sonst hätte ich mich weiterhin von jeder LE anfixen lassen.
    Sonst bin ich süchtig nach Fotozubehör- Objektive, Lichtanlagen, Fachbüchern, kleines Zubehör, Speicherkarten, Bildbearbeitungssoftware. Aber da kann ich mich auch nicht zurückhalten. Das sind immerhin bleibende Dinge, die ewig bei mir bleiben und mir Freude machen. Und da die meisten Dinge davon teuer sind, spare ich immer und kann sowieso nicht ohne Grenze shoppen.
    Eine echte Sucht bei mir sind Postkarten. Ich muss sie einfach kaufen, wenn ich schöne sehe. Tja… aber solange sich das im Rahmen hält, finde ich das schon ok.

  15. Ein wirklich denkwürdiges Thema…. Eine Konsum-Diät hätte ich vermutlich bitter nötig, bin aber nicht der Typ dafür. Ich belohne mich gern selbst (Bücher, Cosmetika & Co.) oder neige dazu Alltagsprobleme durch „Kauf-Glück“ zu kompensieren…
    Aber irgendwie sind das alles ganz tolle Ansätze für neue Listen…
    Hast Du darüber nochmal nachgedacht? Im April die 30-Tage-Listen-Aktion zu machen? Sind bestimmt viele Leserinnen, die auch gerne mitmachen würden (und das Thema war irgendwie grad so passend 🙂

  16. @Athena: „Ich bin nicht der Typ dafür“ ist eine schlechte Ausrede. :p Jeder sollte mal sein eigenes Konsumverhalten überdenken. Und wenn Du etwas zu kompensieren versuchst, läuft ja irgendwas in Deinem Leben nicht so rund. Vielleicht könntest Du mal eine intensive Selbstreflektion durchführen um herauszufinden, was das sein könnte. Dieses „Belohnungssystem“, das viele ja gerne anführen, ist meistens ein tieferliegendes Problem.

  17. Liebe Wölfin,
    da hast du ein wichtiges Thema angeschnitten……
    Ich habe noch im alten Jahr beschlossen,nur noch wenig zu kaufen,obwohl so manches
    Sonderangebot lockte.
    Die Wohnung ist zu voll und so habe ich begonnen,Sachen auszusotieren.Ich nehme
    einen Teil mit zur Arbeit z.B. Bücher, und lasse die Sachen dort kreisen.Oder es geht zum Fairkaufhaus.
    Ich habe auch immer gern gekauft:Bücher,Schmuck,Kosmetik,Wolle und noch andere
    schöne Sachen.
    Aber das Glück lässt sich nicht so einfach kaufen,und Frau sollte wirklich überlegen,was sich hinter den ganzen Käufen noch verbergen könnte.

  18. Konsum, Konsum, dein Konsumpf-ausdruck ist glaube ich die beste Beschreibung zu diesem Thema. Zum Glück kann ich nicht stricken; das heißt, kein Wollenrausch für mich. Seife siede ch (noch nicht) selber, also wird diese noch gekauft und zwar immer bei Bedarf. Klamotten gibt es meistens 2nd-Hand, wird geflickt oder unter den Kids weitergegeben. Nein, meine großen Konsumfallen sind noch Essen (das könnte besser und sparsamer gemacht werden, eine Bloggerin erzählte neulich, sie würden für 3 Personen (1 Mann, 1 schwangere Frau und ein Kleinkind, nur 20 € im Monat ausgeben, davon sind wir noch weit weg!!!) und Bücher! Da werde ich einfach nur schwach! Und mich kitzeln gerade zwei Buchtitel dermassen die Nase das ich glaube ich dem Konsumpf-Ruf folgen werde. Zählt es das diese als professionnelle Weiterbildung zählen? Aber ich glaube, ich werde mich mit dem Thema intensiver beschäftigen.
    Karmindra, dein Beispiel ist soooooo vielsagend, fröhlich und hoffnungtragend einerseits, traurig ein bißchen auch. Ich kann mir nicht erklären warum. Wie heißt der Film von Deepak Chakur?

  19. @Sea: Mich nährt auch eine Ananas aber muß die unbedingt sein? Ich hatte da letztens voll den Hunger drauf und hab mir eine gekauft und die ganz alleine aufgegessen. Ich hatte jetzt kein megaschlechtes Gewissen weil das bei mir nicht so häufig vorkommt, aber wenn alle immer so essen wollen, dann ist das sehr wohl ein Konsumproblem.
    Und das geht ja weiter über Tee, Kaffee, Schokolade, Gemüse etc. Alles alltägliche Genußmittel geworden. Die Co2 Bilanz und erst der virtuelle Wasserwert sind hier nicht zu vergessen.

    Ach, und ich hab noch Kulturveranstaltungen (Konzerte, Ausstellungen) vergessen, dafür gebe ich auch viel Geld aus, aber da gucke ich dann auch nicht mehr aufs Geld, im Gegenteil ich freue mich immer wenn ich da mein Geld weiter im Umlauf bringen kann 😉

  20. „Mir wird bewusst, dass wir häufig in dem Glauben sind, dass wir uns “Glück” kaufen könnten, oder ihn durch materiellen Wohlstand irgendwann einmal erreichen… Aber jetzt mal ehrlich: Wer glaubt da denn “wirklich” dran?!“

    …sehr viele, wie es mir scheint!
    Als ich kurz vor Weihnachten mal wieder durch die Frankfurter Fußgängerzone bin, hatte ich mal wieder so einen klassischen Moment von sich-unter-tausenden-Menschen-total-allein-fühlens. Ich hab ja seit letztem Sommer bis Weihnachten mir das Ziel gesetzt, nichts zu kaufen außer Nahrung, wirklich notwendige Kosmetika und wirklich notwendige Büroartikel sowie Geschenke für andere. Und plötzlich steht man in dieser Straße, die voll ist mit Schaufenstern voller Sachen, die man kaufen soll, voll mit Plakaten und Leuchtwerbung, die uns weismachen soll dass wir alle glücklich, gesund und schön werden, wenn wir diese Uhr/Bratpfanne/Schuhe/elektronischen Geräte kaufen, und voll mit Leuten, die dieses Zeug dann auch wirklich kaufen. Jedes Weihnachten hört man in den Nachrichten, dass sich die Händler freuen, dass dieses Jahr noch mehr gekauft wurde. Aber wohin kommt das ganze Zeug? Und wofür braucht man es wirklich? Warum muss man sich jedes Jahr ein neues Smartphnoe kaufen (bzw. wozu braucht man überhaupt eins?) . Warum müssen 12jährige eins zu Weihnachten bekommen? Was zum Teufel soll man mit so einem Tablet? Oder mti den ganzen Klamotten, die nächstes Jahr auch wieder „out“ sind und die man also für eine Saison kauft?
    Aber die Leute die ich in der Fußgängerzone gesehen hab, hatten alle die neuesten Klamotten an, ein Smartphone in der einen Hand, dicke Tüten von trendigen Läden in der anderen.
    Ich glaub, wenn man in dieser Konsumspirale drin ist, dann merkt man nicht mehr, dass das „Glück“ was man fühlt wenn man was neues hat nur einen winzigen Moment andauert. Das mutiert zu einer Art Sucht, denn irgendwann machen die neuen Klamotten auch nicht mehr glücklich, sondern man „braucht“ sie einfach, um nicht unglücklich zu sein. Weil man es als normal ansieht dass zu einem normalen Lebensstandard immer das neueste und trendigste dazugehört.

    ..erst wenn man ne Weile drauf verzichtet hat (und ich denke das kam bei mir auch hauptsächlich durch die Einschränkugn von Platz und Geld), bemerkt man das. Aber darauf müssen die Leute in der Fußgängerzone eben erstmal kommen… =/ Solange Geld da ist oder irgendwo geliehen werden kann und findige Psychologen Werbung produzieren, wird es nicht anders werden.

  21. Ich finde das einen sehr guten Gedankengang. Leider ist uns in der Einkaufgesellschaft der Sinn für unsere wahren Wünsche verlorengegangen und wird durch sinnlosen Konsum vollgestopft. Der Letzte Luxus, den ich mir dieses Jahr geleistet hab, war der überfällige Geschirrspüler, aber auch nur, weil er gerade im Angebot war: http://www.plus.de/Spuelmaschinen/Gross-Einbaugeraete/Haushalt/Sortiment/c-bEDDbjxlhLMAAAEqc_ME6DQ5.
    Während der sich jetzt um die Teller kümmert, habe ich Zeit, mich um die wirklich wichtigen Sachen in meinem Leben zu kümmern 🙂

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