Fasten-Zeit

Heute beginnt also die christliche Fastenzeit, die bis zu Ostern andauern soll. In dieser Zeit wird auf Fleisch und Genussmittel verzichtet. Für mich püersönlich wäre das also kein Problem – ich esse kein Fleisch, rauche und trinke nicht… aber das ist nicht der eigentliche grund, weswegen ich über das Fasten schreiben möchte…

Fasten ist in diversen Religionen bekannt und häufig eine Vorbereitung auf ein bestimmtes Ritual oder Fest gedacht. In der Frühlingszeit wird es auch häufig als „Reinigung“ angesehen und als Vorbereitung für das neue Jahr genutzt (meist mit dem Hintergrund, die Kilos, die man über den Winter angesammelt hat, wieder los zu werden). Aber auch als Hingabe oder Zeichen des tiefen Glaubens und Demut wird und wurde gefastet.

Diejenigen, die zu Ostern fasten, verzichten gerne auf Süßigkeiten, Fleisch und Alkohol – nur um danach (an Ostern) wieder alles in Massen in sich hinein zu schütten. Wofür also das Ganze?

Es dient also vielmehr der Willens-Stärkung, vielleicht auch, sich selber etwas zu beweisen? Beweisen, dass man durchhalten kann… Dann müssten es allerdings Dinge sein, auf die man schwer verzichten kann – z.B. Fernseh-Konsum oder Internet-Konsum. Vielleicht auch der Konsum von Süßigkeiten oder generll etwas zu kaufen (außer Lebensmittel).

Es könnte also eine Art Selbst-Test sein… was steckt hinter meinem Konsum-verhalten? Warum habe ich das Bedürfnis ständig xy zu konsumieren? Was passiert mit mir, wenn ich es nicht tue? Weshalb entsteht da plötzlich ein Wiedersatnd in mir? Was will mir der Wiederstand sagen?

Ich denke also, dass eine solche Fastenzeit sehr sinnvoll sein kann, wenn man es für sein persönliches  Wachstum nutzt. Dazu muss man aber auf Dinge verzichten, auf die man eigentlich nicht verzichten will.. bei mir sind das z.B. immer noch Süßigkeiten. Und ich weiß, dass ich sie benutze, wenn ich meine, mir würde „die Süße des Lebens“ fehlen. Also könnte ich in einer Fastenzeit lernen, mir auf anderen Wegen das Leben zu versüßen.

Wie steht ihr zu dem Thema?
Auf was würdet ihr (vielelicht auch schwer) verzichten?
Habt ihr vor dies zu tun?

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6 Kommentare zu „Fasten-Zeit

  1. Ich bin allgemein viel zu konsum-freudig – anscheinend in jeglicher Hinsicht… Ich denke auch des öfteren darüber nach, habe aber bisher noch nicht so recht den Dreh gekriegt… Ich schätze das kommt auch noch. Im Moment versuche ich einfach glücklich zu sein – und wenn ich gerne Süßigkeiten esse, dann mache ich das – wenn ich Lust habe mir ein Buch zu kaufen – dann mache ich es auch. Irgendwo will man das Leben ja auch genießen und dafür sorgen dass es einem selber gut geht. Natürlich nicht auf Kosten anderer. Aber ich verstehe einfach nicht wo das Problem liegen soll, wenn ich gerne am Tag 2 Std. im Internet surfe (um einfach mal bei dem Beispiel zu bleiben) oder weil ich eben gerne Donnerstag und Sonntag meine Lieblingsserien im TV ansehe…

  2. ich faste nicht mehr. einerseits weil ich das mit meiner chronischen krankheit nicht darf, andererseits weil ich das nicht mehr will. ich finde, ich konsumiere bewußt, lebe bewußt, esse bewußt und habe keine süchte, die mir nicht guttun (daß ich offenbar yoga-süchtig bin, war neulich eine erkenntnis, die mich total merkwürdig berührt hat, aber damit bin ich im frieden^^).

  3. Ich muss zur Zeit aus gesundheitlichen Gründen fasten, also kein Zucker und Weißmehl. Es fällt mir schwer, auch wenn ich sehe, dass es meinem Körper und somit auch mir gut tut. Aber die Zuckersucht hat mich gut im Griff.
    Sonst finde ich es spannend mich bezüglich Abstinenz zu erfahren. Das rauchen kann ich seit 1 Jahr lassen, kaufen ist oft noch schwierig auch Internet hat einen großen Reiz, Alkohol gibt es eh selten.
    Da ich mich aber früher sehr selbst kasteit habe und sehr schlecht mit mir umging, versuche ich nicht zu streng mit mir zu sein, wenn ich wieder von etwas fasten will 🙂
    Gute Zeit wünscht Luna!

  4. Ich denke auch, dass Fasten nur Sinn macht, wenn man auf etwas negatives verzichtet (wie Tabak, schlechte Angewohnheiten, etwas wovon man sich abhängig fühlt usw., Fett/Süßes nur, wenn man gesundheitliche Risiken deswegen hätte wie ein schwaches Herz oder bereits starkes Übergewicht). Aber auf etwas verzichten, das einem Freude bereitet, nur um zu fasten, finde ich merkwürdig. Vor allem sollte man eine ausgeglichene und gesunde Ernährung doch nicht einfach für ein paar Wochen über Bord schmeißen oO
    Ich glaub aber auch, dass viele nur Fasten, weil „man“ das so macht. Das zeigt ja schon die Tatsache, dass sofort nach Ende der Fastenzeit, wie du schon geschrieben hast, dann sofort wieder über die Strenge geschlagen wird.

    Hab gestern in der Mensa ein Gespräch mitgehört wie eine Studentin neben mir zwei Austauschstudenten erklärt hat, dass jetzt nach Karneval „in Deutschland“ die Fastenzeit beginnt und „die Deutschen“ da „alle“ nichts Süßes usw. mehr essen bis Ostern. Die beiden Austauschstudenten haben den Erklärungen allerdings recht begeistert gelauscht und das mit „ah, it’s like ramadan! so germany also has something like ramadan!“ kommentiert.
    Hab überlegt ob ich einfach mal einwerfe, dass das nur für einige Christen gilt und von denen auch kaum einer das wirklich macht, aber war mir dann zu blöd. Hab einfach zischend meine Cola aufgedreht und aus den Untiefen meiner Tasche noch ein paar Schokoteile von Weihnachten herausgekramt und gegessen ^^

  5. Hmm….
    Mir ging gerade durch den Kopf, das Fasten ein guter
    Grund sein könnte, um mal zu merken, das nicht alles
    selbstverständlich ist.

    Für viele Menschen ist Fernsehen, gutes Essen,
    vor allem Fleisch, einkaufen usw. normal, es ist
    selbstverständlich. Wenn etwas selbstverständlich ist,
    dann ist es meist nichts mehr besonderes, man schätzt
    es nicht mehr so.

    Um mal wieder mehr Respekt vor den Dingen zu
    bekommen, könnte „Fasten“auch eine Idee sein.
    Vielleicht können dann manche Dinge wieder richtig
    aufregend werden, interessanter und mehr geachtet werden.
    Vielleicht auch mit dem Hintergedanken, das es immer
    noch viele Menschen auf der Welt gibt, die diese Dinge eben
    nicht haben.

    Statt „Fasten“ zu sagen, könnte man es auch
    „Urlaub vom Konsum – Reise zu sich selbst“ nennen.

    Mal wieder im „Sein“ leben und nicht ewig im
    „alles haben wollen“.

    Liebe Grüße
    Nachtwind

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