Schwangerschaftsgedanken

Ich werde wirklich auf die Probe gestellt, denn jetzt warte ich schon, länger als geplant, auf den (mittlerweile gar nicht mehr ganz so) kleinen Bauchzwerg. Und ich muss zugeben, dass das ordentlich an meinen Nerven zerrt. Besonders schrecklich finde ich die Nachfrage, wie es meinem Bauch geht… Derzeit habe ich das Gefühl, dass das Interesse an meiner Person, hauptsächlich dem Inhalt meines Bauches gilt, und ich dabei irgendwie übergangen werde. Sage ich dann, wie es mir wirklich geht, bekomme ich häufig Floskeln zu hören („kommt schon irgendwann), die mich eher wütend machen…

Außerdem traue ich mich kaum noch, irgendwo hin zu gehen, weil es ja „jeden Moment losgehen“ könnte – und ich dann will ich ungerne im Zug sitzen, oder soi. Ich fühle mich ein wenig unter Druck… Dabei ist das Zwergenwesen wirklich komfortabel und liebenswürdig, turnt kaum herum, sondern pockt mich nur sanft – nur abends wird sich dann gedehnt, so dass man das gefühl bekommt, man würde gleich platzen… wenn man dann die Hand auf seinen Po o. Rücken legt, wird sich sofort dort hinein gekuschelt *hach* Da kann man doch nur lächeln…

Jetzt ist wirklich alles fertig – die Kommode ist bestückt, mit hoffentlich genügend Utensilien (ich war da eher zurückhaltend) und auch das Bettchen wartet auf seinen neuen Bewohner… An manchen Tagen kann ich das Warten dann als „Übung“ ansehen, und sage mir dann: „Jeder Tag bringt dich deinem Kindchen näher“ – aber an manchen Tagen will ich einfach nur noch, dass es da ist…

Tja, und so hangel ich mich von Tag zu Tag, und überlege, ob das Wassermannkind, doch lieber ein Fisch werden will, allerdings habe ich so die Möglichkeit ganz viele neue wunderbare Filzsachen zu erschaffen und neues aus zu probieren (was ich sonst sicherlich kaum noch machen werde?!) Also freut euch schon mal auf neue flauschige Filzsachen, die hier gerade noch trocknen, bzw. noch bestickt werden…

Was ich derzeit mache:

* mit diversen Materialien filzperimentieren
* „Autobiographie eines Yogis“ lesen
* Armstulpen mit Perlen besticken
* CTG´s schreiben lassen (vielleicht sollte ich das als Wellness-Anwendung ansehen)
* ganz viel baden
* versuchen spazieren zu gehen
* Frühlings-Altardecke planen

Am Sonntag habe ich dann einen persönlichen Horrortrip erlebt… im Kreißsaal… es war sehr viel los, und man hatte mich ne Stunde am CTG vergessen… und dann kam irgendwann ein Punkt, wo ich einfach nur noch weg wollte… nicht nur aus dem Raum, sondern ganz besonders aus der Situation des Schwangerseins/Bald-Kind-Bekommens. Und mir wurde bewusst, dass ich da nicht mehr raus komme… Panik steig in mir auf… die Frauenschreie, die ich hörte, machten das ganze auch nicht wirklich besser… Wie soll ich das nur aushalten? Wie soll ich das nur schaffen? Will ich das? Kann ich noch weg?

Die Ärztin machte uns außerdem mit dem Gedanken vertraut, dass wir evtl. die Geburt einleiten müsste (ab einem gewissen Punkt) – das ist noch mal etwas, was ich eigentlich auf keinen Fall will… wieder unangenheme Gefühle, die in mir auf stiegen… und dann sagte sie etwas, was den Nagel ganz gut auf den Kopf traf: Dass es durchaus sein kann, dass die frau sich innerlich (emotional/psychisch) so verkrampft, dass keine Wehen einsetzen, bzw. sie sich nicht auf die Geburt einlassen lkann – ich glaube, dass genau dies mein Problem ist. Ich sperre mich dagegen, bin voll im Wiederstand… die Frage ist also „nur“ wie komme ich da raus? Wie kann ich loslassen?

Habt ihr da Ideen?

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19 Kommentare zu „Schwangerschaftsgedanken

  1. Liebe Wölfin, je mehr Du versuchst, den Kopf raus zu lassen, desto mehr wird er sich einklinken. Wende Deine Aufmerksamkeit dem Gefühl zu. Fühle den kommenden Frühling, den Filz unter Deinen Händen, die Ungeduld, die Zweifel, die Freude, die Wut, die Glückseligkeit… Und keine Sorge, Geburt geht fast immer nachts los, wenn Du entspannst und der Schlaf Dich das große Loslassen lehrt. Mach ne Cranio, ne Massage, einen Termin mit Deiner Hebamme,…
    Rosenblätter aufs Räucherstövchen oder äther. Eisenkraut oder Jasminöl, Cimicifuga in der D6, Yogitee schön heiß und in rauhen Mengen, lass Dich schön scharf vom Thailänder bekochen, tolle Musik und tanz das Becken schwingend durch die Wohnung… und wenn das alles nicht hilft, kann man -unter der Hand auch mal ein klein wenig Alkohol empfehlen, soviel, bis der Kopf schön leicht benebelt ist. Das wirkt wahre Wunder. Dann gibt es noch den Rizinuscocktail – aber bitte nur in Absprache mit Deiner Hebamme. Und zur Not gibt es im Kreißsaal auch Medikamente, die den Kopf ein wenig ausschalten und die Geburt somit wunderbar in Gang bringen. Keine Sorge, so ein Panikaufbäumen ist ganz normal und gut. Lade die Gelassenheit und das Vertrauen in Deine Stärke wieder zu Dir ein und Du wirst sehen, sie kehren zu Dir zurück!
    Ich schick Dir gute Geburtsgedanken und Wünsche!

    P.S. : Übrigens hört sich Geburt außerhalb der Kreißssaltür immer viel viel schlimmer an als drinnen. Außerdem mobilisiert das Schreien Kräfte, wie beim Sport. Eine Frau hatte mal ganz schlimm geschrieen und ich hab sie daraufhin gefragt, ob sie ein Scherzmittel möchte. Daraufhin hat sie mich böse und genrvt angeschaut und gesagt: Bin ich zu laut??? Eine halbe Stunde später hat sie total schön ihr Kind geboren. Also: Keine Angst vorm wilden Tier!

  2. Ich glaube, für das Loslassen gibt es kein Allheilmittel. Als ich bei der Mittleren weinen durfte, weil es so gar nicht vorwärts ging, ging es dann plötzlich ganz schnell. Ich schick dir meine guten Gedanken, die dich und den Zwerg begleiten werden.

  3. Von Alkohol will ich schon abraten aber wenn es dich tröstet, ich hatte auch 14 Stunden Wehen, bei meinem Sohn und als die Hebame sagte, wenn es morgen nichts wird, machen wir einen Kaiserschnitt, kam der Kleine,ich saß nur noch, weil ich nicht mehr liegen konnte und schaute in die Nacht, plötzlich so schnell, dass der Weg in den Kreissaal fast zu lang war. Der Arzt kam zu spät.So kann es gehen!

  4. Hallo Wölfin, ich weiss, wovon du redest 😉 Heute bin ich bei ET+7. Und es ist mein drittes Kind, wo ja „alle Anderen“ immer schon vor Termin die Kinder bekommen. Ich nicht. Ich sitze das aus. Meine Mittlere kam bei ET+10. Nach Aufforderung. Die gab es bei mir in Form eines Wehencocktails, bestehend aus Rizinussöl, Mandarinensaft und Vodka. Ich nahm den Cocktail um 21.00 Uhr, bekam um 23.00 Uhr Wehen und um 4.00 Uhr war sie da. YaY. Eine Traumgeburt. Dieses Mal hoffe ich so so sehr auf ein freiilliges Losgehen. Ich habe vor wenigen Tagen zu meiner Hebamme gesagt, dass ich glaube, mein Körper könne einfach nicht loslassen und er könne „das“ nicht. Mit „Das“ meine ich: Von sich aus eine Geburt beginnen. Sie meinte aber liebevoll, dass das Quatsch sei. Früher oder später ginge es halt los. Nun habe ich gestern meine Traumgeburt visualisiert. Daran denke ich jetzt oft und freue mich, dass es so eintreten wird in den nächsten Tagen. Ich bin ausserdem sehr froh, dass ich immer nur Termine bei meiner Hebamme mache, da bin ich nämlich die Einzige weit und breit am CTG. Kein Geschrei anderer Frauen. Nur ich. Beruhigend.
    Einer Einleitung werde ich nicht Zustimmen. Musst du auch nicht. Du hast Zeit. Verrtau dir und deinem Körper. Du kannst das. Hast du eine gute Hebamme? Besprich mit ihr die Möglichkeit eines Cocktails, bitte.
    Ansonsten kann ich dir sagen: Es ist wie gesagt mein drittes Kind, dennoch habe ich vor ein paar Tagen zu meinem Mann gesagt, dass ich nicht glaube, dass ich der Verantwortung gewachsen bin und ich lieber einen Rückzieher machen möchte. Tja, geht wohl leider nicht mehr. Aber was heisst schon leider? Die Ambivalenz MAMA zu werden und zu sein ist riesig. Das bleibt auch so. Willkommen Hormonalarm im Wochenbett und in der Babyzeit.
    Alles ist im Wandel. Wünsche dir und mir eine baldige, traumhafte Geburt.
    LOVE und PEACE, Nina

  5. Die meisten von denen ich weiß haben länger gebraucht als vom Arzt berechnet – und eine Hebammenpraktikantin hat mir mal erzählt, dass der Termin oft sicherheitshalber sehr knapp berechnet wird. Dadurch haben diejenigen bei denen es tatsächlich mal etwas früher an der Zeit ist, auch schon Mutterschaftsurlaub, und die anderen haben einfach noch ein bisschen mehr Zeit, sich vorzubereiten (oder verrückt zu machen 😉 ). Und Ärzte sind leider oft etwas ungeduldig und drängen auf Einleitung oder unter der Geburt auf alle möglichen Maßnahmen, damti es schneller geht – auch wenn das nicht unbedingt besser ist. Ist ja auch klar, jeder Eingriff bringt Geld ein, darum wird (wie auch in anderen Gebieten) gern mehr gemacht als notwendig oder sinnvoll. Daher am besten immer noch jemanden mitnehmen, der drauf achtet, dass wirklich du oder die Hebamme des Vertrauens entscheidet, was getan wird, und nicht irgendein Arzt der einfach nur rechtzeitig Feierabend haben will! (Ich kenne so viele Frauen wo die Ärzte mehrmals erzählten jetzt müsse man aber unbedingt einen Dammschnitt machen, und am Ende ging es perfekt ohne – man musste halt nur ein bisschen mehr Geduld mitbringen).

    Mach dich nicht verrückt. Es ist eine komische Zeit, weil man denkt, das Kind ist doch eigentlich fertig, warum kommt es jetzt nicht – es findet aber schon den richtigen Zeitpunkt. Eine Freundin von mir war auch fast 2 Wochen über dem Termin (sollte sich dann allerdings möglichst zuckerarm ernähren, damit das Kidn nicht noch viel weiter wächst). Und dann kam es auch ganz von allein, und ohne, dass im Supermarkt die Fruchtblase geplatzt ist oder ähnliche Horrorgeschichten (wenn es losgeht, dann ja meist erstmal ganz langsam, da hast du noch viel Zeit, in ein Auto und zum Krankenhaus zu kommen).

    Zu der Panik vor der Geburt, hmm, da kann ich jetzt nicht so viel zu sagen, da ich ja noch kein Kind bekommen hab. Ich hab allerdings Endometriose und daher, wenn ich nicht rechtzeitig meine Medikamente nehme, extreme Schmerzen wenn ich meine Tage habe. Meine Mutter hat das mal miterlebt und war sehr geschockt, sie meinte das habe ähnlich ausgesehen wie eine Geburt – näher geh ich hier mal net drauf ein. Aber ich stimme denen zu, die hier sagen, dass es von außen viel schlimmer aussieht. Klar, angenehm ist es nicht – aber man schützt sich da schon selbst, indem man sich, naja wie soll ich sagen – aus dem Körper etwas zurückzieht. Man bekommt den Schmerz nicht mehr so richtig mit oder man registriert es nur und dann ist gut. Meine Krämpfe sind z.T. wohl auch wie Wehen, es kommt eben wie eine Welle, wird stärker, ebbt dann langsam ab und dann kommt wieder eine Welle. Aber ich erkenne in dem Schmerz, dass es die Kraft ist, die gerade alles zusammenzieht. Wenn man in dem Moment schreit, dann ist das eigentlich nicht, weil es weh tut, sondern, weil man in diesem Moment eben gerade Kraft aufwendet. Und dann hat man ja auch immer wieder eine Pause zwischen drin, wo man sich wieder entspannen kann. Der Körper hat diesen Vorgang schon, soweit möglich, ganz gut eingerichtet. Keine Ahnung, was du da für einen Hormon-Adrenalin-Cocktail ausgeschüttet bekommst, aber der ist ganz schön effektiv =)

    Ich glaube, Beobachter sehen sowas immer als schrecklich an, weil es von außen so aussieht, als wenn etwas mit dir passiert ohne dein zutun, also als wenn dir etwas angetan wird. Das ist aber nicht so – du passierst, du tust etwas. Man darf sich nicht dagegen sperren, aber diesen Schritt kann man erst machen, wenn man schon dabei ist, sich vorher nen Kopf drüber machen bringt da nichts.

    Aber, Wölfin, bei allem was ich hier von dir lese habe ich den Eindruck, dass du eine unglaublich starke Frau bist, dass du deinem Inneren vertraust und mit ihm kommunizieren kannst – ich bin davon überzeugt, dass du das richtig, riochtig gut hinbekommst (und hinterher bestimmt auch als eine mächtige und wertvolle Erfahrung ansiehst)!
    Und ich bin gespannt, wie es weitergeht.. halt die Ohren steif! Wir alle bewundern dich für das was du gerade schaffst!! =)

  6. liebe wölfin, ich wollte nur einen gruß dalassen und schreiben, daß ich jeden tag fest an dich und an den zwerg denke und immer hier reinschaue, ob es neuigkeiten gibt 😀 bin ich gedanken bei dir und wünsche dir den mut, über diese schwellle zu gehen.

  7. Ich wünsche dir viel Mut, Gelassenheit und Vertrauen.
    Es ist sehr schwer, all das nicht zu verlieren, wenn man so oft ins Krankenhaus bestellt wird zur Kontrolle und man den Vorgängen dort „ausgeliefert“ ist. Du hast auch im Krankenhaus und Ärzten gegenüber das Recht, zu sagen, wenn dir etwas zu viel wird. Halte dir gut vor Augen, dass das Krankenhauspersonal nach einer üblichen Vorgehensweise handelt, nach bestem Gewissen, aber dass es ganz wichtig ist, dass du mitteilst, was dir wichtig ist und was du brauchst. Ich bin mir sicher, dass man all deinen Bedürfnissen nach Möglichkeit nachkommen wird. (Sprich, das nächste Mal, wenn sie dich vergessen, hüpf einfach vom Bett und sag „Bis zum nächsten Mal!“). Wenn du merkst, dass du so wahrgenommen wirst, und dass sich alle im Krankenhaus auf einmal partnerschaftlich verhalten, weil sie merken, aha, da ist eine Frau, die weiß, was ihr gut tut, die spürt in sich hinein, dann wirst du vielleicht leichter Vertrauen fassen, gelassener werden und…
    …. loslassen können.
    Ich wünsche dir eine wunderbare Geburt, bei der du deine Kraft spüren kannst.
    Alles Liebe, Katharina

  8. Ich schließe mich einfach mal Amala an. Ich wünsche euch alles Gute und bin sicher, ihr findet zusammen den richtigen Zeitpunkt, der Bauchzwerg und du. Vertrau dir und ihm und der Göttin, die euch behütet. Du schaffst das!
    *knuddel*

  9. Ja, ich denk auch an dich und wünsche dir das alles so abläuft wie du es dir wünschst und das ganz bald! Alles Liebe für dich!

  10. Oh Liebes, ich war ET + 8… Mhm, die Babies wollen alle länger drin bleiben im Moment. Ich hab nachher auch gedacht, der Wehenschreiber kann mir viel erzählen, weil der ständig Wehen schrieb, ohne dass ich eine davon gemerkt hab. Durchhalten und Vertrauen ist angesagt. Und wenn es nicht anders geht, dann wird halt etwas nachgeholfen… Hör auf Dein Bauchgefühl, im wahrsten Sinne des Wortes.

    Ganz viel Kraft für euch

  11. Ui, so lange habe ich nicht mehr bei Dir vorbeigeschaut??? Ich wusste noch nicht einmal, dass Du schwanger bist *Asche über mein Haupt. Da wird es nun aber allerhöchste Zeit, Dir und Deinem Bauchzwerg alles Liebe und Gute zu wünschen!!! 🙂

    Ganz herzlich, Lailokeny

  12. …..wünscht und schickt Ruhe und Gelassenheit so viel wie auch immer gerade wofür auch immer, benötigt wird…..;)

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