Geburtsbericht Teil 1

Liebste(r) Leser(in), liebe Schwangere, liebe Mütter,

ich möchte gerne meine Erfahrung teilen, die ich bei der geburt meines Sohnes gemacht habe, denn auch ich habe mit viel Neugierde die Geburtsberichte anderer Frauen gelesen – teilweise war ich danach geschockt, verängstigt oder auch sehr berührt und hoffnungsvoll… Der Bericht ist also nicht unbedingt etwas für schwache Nerven, denn anstatt einer „normalen“ Geburt, gab es dann am Ende der Wehen einen Kaiserschnitt. Ich möchte versuchen, möglichst ehrlich und offen zu sein, aber vielleicht möchtest du es dann nicht lesen – deswegen die „warnung“. Aber egal, was auch immer bei deiner Geburt passieren mag – ich weiß, dass du es schaffen wirst, das du die nötige Kraft in dir findest und genau das Richtige tust – Ich glaube an dich!

Am Sonntagabend, nachdem wir aus dem KH gekommen waren, wo nochmal ein CTG geschrieben wurde, weil ich ja schon über ET war, wurde ich „gezeichnet“. Ich war positiv gestimmt, denn schließlich war dies ein untrügliches Zeichen dafür, dass „es“ bald losgehen würde… und tatsächlich schon früher als erwartet! In der Nacht erwachte ich gegen halb drei mit Wehen, die alle 15-20 Min andauerten. Zwischendurch schlief ich wieder ein, doch ab ca 9.00Uhr kamen sie dann alle 10 Minuten. Ich war wie in Trance und atmete mich von Wehe zu Wehe… ich dachte daran, wie wundervoll es sein würde, schon bald meinen Bauchzwerg in den Armen halten zu dürfen. Außerdem war ich sehr zuversichtlich, dass der Muttermund schon aufgegangen war, und je länger ich zu Hause „aushielt“, desto weniger Zeit, würden wir im Kreißsaal verbringen… Da die Wehen ab mittags schon ca. 5 minütlich kamen, ging ich duschen, informierte meinen Mann, und meine Mutter fuhr mich ins Krankenhaus. Dort trafen wir den Herzmann und gemeinsam (ich war ganz schön aufgeregt), stellten wir uns im KS vor. CTG bestätigte die Wehentätigkeit, der Muttermund war aber erst drei cm offen.. Das enttäuschte mich ein wenig, denn ich hatte gehofft, durch die >12h Wehentätigkeit wäre er schon weiter geöffnet. Also gingen wir ne Stunde „spazieren“ und die Wehen veränderten sich. Ein Druck nach unten baute sich jedesmal auf – ich hielt mich an meinem Liebsten feste, undd a er so viel Ruhe ausstrahlte, konnte ich die Wehen besser veratmen, als zuvor, obgleich sie schon stärker waren. Händelbar! Ich war zuversichtlich&optimistisch… Ja, das konnte ich schaffen!

Zurück im KS war der MuMu schon 5cm geöffnet, und ich durfte baden gehen, um mich noch mehr zu entspannen. Das tat sehr gut, doch die Wehen, die nach dem Bad kamen, waren viel stärker und intensiver, als bisher… Sie nahmen von Stunde zu Stunde zu, und ich bat um ein Schmerzmittel, weil ich kaum noch in den Bauch atmen konnte. Obgleich der Muttermund schon 8 cm offen war, trat der Zwerg nicht tiefer ins Becken… und als die Fruchtblase platze, trat bräunlich-grünliches Fruchtwasser aus… kein gutes Zeichen! Diverse Positionen später, hielt ich den Schmerz echt nicht mehr aus. Mir gelang es einfach nicht mehr in den Bauch zu atmen, und die Wehen folgten nun so schnell aufeinander, dass ich dachte, ich würde nur noch aus Schmerz bestehen. Ein weiteres Schmerzmittel half nichts und so bat ich um einen PDK, der mir zwei Stunden später gelegt wurde… gegen 23.00Uhr. Bis dahin war ich völlig am Ende und konnte nicht mehr. Ich weinte und versuchte mit Tönen die Wehen weiter zu veratmen, aber ich bekam kaum noch Luft in den Bauch und hatte auch nicht mehr das Gefühl, dass zwischen den Wehen noch Abstände lagen… (Auf der Schmerzskala von 1-10 definitiv eine 10). Als der PDK gelegt war, und er angespritzt wurde, hörten die Schmerzspitzen sofort auf, was mir unsagbare Erleichterung brachte… Ich konnte mich wieder entspannen und atmen… Aber das Wolfsbaby stand immer noch zu hoch, das CTG wurde schlechter… Bis 5Uhr tat sich nichts mehr, weder senkte sich das Baby, noch öffnete sich mein MuMu weiter, er war sogar nur noch 7cm geöffnet. Obgleich wir wirklich alles ausprobiert hatten mit der sanften Hebamme, die die ganze Nacht für uns da war, tat sich seit über 4h nun gar nichts mehr (bei weiterer Wehentätigkeit). Ich war körperlich am Ende meiner Kräfte, konnte mich kaum im Vierfüßlerstand halten, weil ich so zitterte, und dann weinte ich (mal wieder), weil ich einfach nicht mehr konnte. Die Oberärztin kam, überprüfte alles… CTG weiterhin grenzwertig mit schlechten Phasen… so dass sie uns über eine Sectio aufklärte… diese wurde dann auch rasch eingeleitet.

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5 Kommentare zu „Geburtsbericht Teil 1

  1. Erstmal: Hut ab, dass du das so lange durchgehalten hast. Ich war nach 13h im Kreissaal völlig am Ende meiner Kräfte und habe einen riesigen Respekt vor Frauen, wie dir, die solange Wehen mitmachen können und wollen.
    Ich bin auch eine von den Frauen, bei der die Geburtsgeschichte eher erschreckend wirkt. Dafür bin ich umso dankbarer, dass du deine Geschichte mit uns teilst, denn ich finde es für mich beruhigend, dass es mehr Frauen gibt, für die eine Geburt kein Kinderspiel ist und ich finde es enorm wichtig, dass den werdenden Mütter ehrlich gesagt wird, was auf sie zukommen kann.

    Vielen Dank für deinen Bericht

  2. Ach du. Dann hast du ja eine ähnliche Erfahrung machen müssen, wie ich auch. Ich hoffe, du findest einen Weg, die Geburt gut zu verarbeiten. Wenn du Austausch brauchst/suchst kannst du mir gern schreiben.

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