Schrei, wenn du kannst

gerade liegt wieder mal eine Stunde schreien hinter mir – und das ist nicht die einzige Stunde. In der vergangenen Nacht haben wir nur knapp 2 oder 3 Stunden schlafen können, weil sich das Junge kaum beruhigen ließ. Seit dem Krankenhaus hat er immer mal solche „Schreiphasen“ gehabt, doch dafür gab es meist eine Erklärung der Krankenschwestern:

* Fruchtwasser geschluckt * keine Milch
*zu wenig Milch
* Blähungen

usw… und dann kam immer der Spruch: „Morgen wird es besser!“ Jetzt, nach knapp drei Wochen, kann ich gut und gerne behaupten, dass es nicht besser wurde, sondern schlimmer. die Schreistunden nahmen zu, und so ergeben sich wunderbare Ballungszentren – meist nachts gegen 3.00 oder 4.00 Uhr morgens, wenn man besonders viel Kraft hat, und dann nochmal gegen 8.00 Uhr – so gestaltete sich dann meistens der Vormittag, wie heute, aus „Baby beruhigen“

Und ich glaube wir sind da schon ganz gut… auf den Arm nehmen, schuckeln, „ssschhh“- Laute zischen im Akkord, Finger zum Nuckeln geben (denn ein Schnuller wäre ja zu einfach, dann hätte man ja ne Hand frei) und dann als letzte Instanz ins Tragetuch packen und zu „Hagalaz Runedance“ in der Wohnung tanzen… Und er wehrt sich mit Händen und Füßen gegen das Schlafen… dann wird er natürlich nöhlig und das Konzert beginnt…

Ich finde es z.Z. einfach nur belastend, und könnte entweder laut los lachen oder weinen (je nach dem), wenn jemand sagt „genießt die Zeit mit eurem Baby“. Mit chronischem Schlafmangel fällt einem die Sache dann noch mal doppelt so schwer. Aber natürlich bemühen wir uns… Wir sprechen täglich darüber und versuchen jeden tag drei schöne Erlebnisse mit dem Baby zu finden (jeder für sich), um den Fokus nicht nur auf dem Schreien zu lassen.

Also seit nachsichtig mit mir, wenn ich zur Zeit wenig schreibe und besonders wenig kommentiere. Ich denke trotzalledem an euch und schicke euch die liebsten Gedanken

Die Wölfin

Advertisements

23 Kommentare zu „Schrei, wenn du kannst

  1. Hallo.
    Das problem hatte mich mit meinem sohn auch und selbst jetzt, nach fast anderthalb jahren, ist es immer noch nicht gut. Ich gebe dir den dringenden rat, dich so früh wie möglich bei einer schreiambulanz beraten zu lassen. Warte nicht ab in dem glauben „das wird schon besser, das schaff ich allein“. Geh nicht erst hin wenn deine kraft am ende. Wir hatten zu spitzenzeiten schreiphasen von zehn stunden, nur unterbrochen von den mahlzeiten. Und ich habe damals zu lange gewartet um mir hilfe zu holen, eben weil ich auch dachte das wird von selbst besser. Die erklärungen der schwestern, blähungen usw., sind humbug. Wir haben so ziemlich jedes medikament durchprobiert und es hat nichts gebracht, eben weil er keine blähungen bzw. verdauungsstörungen hatte. Dein baby tut sich vermutlich schwer, abzuschalten und in den schlaf zu finden. Er kann sich im gegensatz zu anderen babys einer überreizung nicht selbst entziehen. Eine schreiambulanz kann dir da echt eine große stütze sein.
    Liebe grüße
    Ina

  2. Ich verfolge dein Blog schon eine Weile mit interesse. 🙂
    Deine Babyerfahrungen kommen mir teilweise sehr bekannt vor, weil es mir ähnlich ergangen ist. Mein Sohn hatte auch sehr grosse Probleme mit dem Schlafen, bei ihm waren es Blähungen, sowas merkt man aber wenn es das ist. Wenn du keinen ersichtlichen Grund erkennen kannst, ist es eventuell Überreizung der Sinne. Kommt viel Besuch? „Sieht“ er viel? In der ersten Zeit können allzu viel Sinneseindrücke zu solchen Schreiphasen führen. Wenn er nachts aufwacht, mach nicht zu viel Brimbamborium, er könnte sich daran gewöhnen. Ich habe, wenn mein Sohn nachts wach war, mich in einen Schaukelstuhl gelegt. Er auf meinem Bauch und dann nur geschaukelt. So konnte ich nebenher wenigstens dösen. Eventuell ruhige Musik dazu. Ich war auch am Ende wegen der schlaflosen Zeit und ich weiss, wie stressig das ist.
    Wenn keine Nachbarn da sind, die sich gestört fühlen könnten, darf man das Baby auch schreien lassen, denn das ist ja ein Ventil für das Baby. Aber immer dabei sein, kuscheln, Liebe geben. So spürt es: Ich bin da, ich hab dich lieb. Das ist das Wichtigste.
    Ich bin sicher, du schaffst das! 🙂

  3. Kennt ihr schon die 5S-Methode von Dr. Harvey Karp?

    Laut ihm hat ein Baby einen „Beruhigungsreflex“, den man auslösen kann, indem man die Umgebung im Mutterleib nachahmt durch: Pucken, auf die Seite oder den Bauch legen, Sch-Laute machen, rhythmisches Schaukeln und Nuckeln.
    Vieles davon macht ihr ja schon, aber vielleicht hilft es euch ja trotzdem weiter?
    glg, enemene

  4. ach Du Liebe Du,das höre ich von allen Eltern rund um den Erdball 🙂 …bei soviel neuen Eindrücken,wo es doch so schön war in Mamis Bauch,so warm und dunkel und der beruhigende Herzschlag, ist es ja kein Wunder.Ich würd auch schreien 😀
    Fühl dich umarmt und nimm viel Energie aus dieser Umarmung von mir.Alles Liebe Euch 3 und ein wenig mehr Schlaf wünsch ich Euch…Brigitte

  5. Ich wünsche euch ganz viel Kraft! Natürlich ist ein Baby was Wunderbares, aber da gibt es eben auch die Seiten, die nicht ganz so schön sind, und die manche Menschen einfach nicht sehen wollen.
    Ich drück euch!

  6. Am Anfang habe ich auch nur gedacht „Die spinnen alle“, wenn jemand sagt, wir sollen das genießen. Selbst weinend neben dem Wurm zu liegen, weil man einfach nicht mehr weiß, was man machen soll… verstörend. Durchhalten, durchhalten, durchhalten. Sende euch ganz viel Kraft und Gelassenheit – und Pucken wirkt Wunder. Liebe Grüße

  7. Huhu Du Liebe,

    das tut mir so leid… So ein Mist. Ich hoffe und wünsche mir für Euch, dass es bald besser wird und der Kleine sich besser an sein Leben auf der Erde und all die neuen Eindrücke gewöhnt. Ich hab keine Ahnung, ob Du so etwas grad hören möchtest… Tipps und so… Aber mit einer anderen Freundin, die mit ihrem Baby dieses Problem hatte, habe ich folgende Erfahrung gemacht: Ich bin für sie gereist und habe herausgefunden, dass ihre Tochter noch nicht so richtig in ihrem Körper angekommen war. Sie brauchte Erdung (die wir durch das Eingraben der Plazenta und das Pflanzen eines Baumes erreichten) und sie brauchte Kontakt zu ihrem Krafttier (das wir fanden/holten und auf dem sie auf der Reise flog, und ihr ein Bild des Tieres über das Bettchen hängten). Von der 5-S-Methode habe ich auch schon viel Gutes gehört…!!!

    Ich herze Euch sanft,
    deine Aine

      1. Huch, die Nachricht hatte ich nicht bekommen. Komisch. Ich melde mich gleich mal auf anderem Wege, um besser mit Dir zu kommunizieren.
        Alles Liebe von Aine

  8. Oh je, das ist ja schrecklich 😦
    Ich bin ja leider null Experte, aber ich muss unweigerlich an liebe Freunde von mir denken, die ein (heiß ersehntes und sehr geliebtes) Schreibaby hatten, bis sie erst nach einem halben Jahr herausfanden, dass der kleine die Muttermilch nicht vertrug. Jeder hat ihnen vorher immer nur gesagt, das würde irgendwann vorbei gehen und sie müssten einfach Geduld haben, aber lange hat niemand wirklich untersucht, ob mit dem Knirps alles okay ist. Er hatte ein halbes Jahr lang nach jedem Stillen furchtbare Bauchschmerzen, bis sie das wußten und dann anders zu füttern beginnen konnten.
    Vielleicht hat Euer Zwerg einfach auch wirklich etwas, was ihn schmerzt?
    Arbeitest Du manchmal mit schamanischen Reisen? Wenn ja, könntest Du Dir vielleicht vorstellen, einmal so viel Ruhe für Dich zu finden, die Fragestellung einfach anzureisen, was die Ursache für das Schreien ist uns was Euer Kind dann braucht?

    Das ist jetzt nur so eine Idee…

    1. Ich seh‘ jetzt grad, dass Aine ebenfalls das Anreisen vorgeschlagen hat und Du bereits darauf eingegangen bist, entschuldige 🙂 Ich hatte so spontan auf Deinen Beitrag geantwortet.

  9. Liebe Wölfin, was sagt denn deine Hebamme dazu? Ich habe zum Glück keine Erfahrung damit, bei uns gibt es immer sofort die Brust und dann schläft der Zwerg ein. Wenn ich ihn abmache und er wacht wieder auf und schreit wieder, gibt es wieder die Brust. Der kleine Mann schläft (natürlich!) in unserem Bett und wenn er aufwacht, rolle ich mich auf seine Seite und stille im Schlaf, das ist für alle am einfachsten. Aber ich nehme an, damit hast du es schon versucht? Ansonsten: Osteopath? Manchmal haben die Kleinen Blockierungen und schreien deshalb so schlimm.
    Alles Liebe von Nina

  10. Mensch, die Anfangszeit stellt man sich doch etwas schöner vor. Aber nach dem Start verwundert es mich auch wenig, dass der Babywolf nicht still und ausgeglichen ist. Ist eine der Thereapeutinnen für dich in deiner Nähe? http://www.therapeutischefrauenmassage.de/ Sich um das Kind zu kümmern ist gut, aber die Frauen, die ich kennen gelernt habe, die diese Methode anwenden sind ganz wunderbar und abgesehen davon tut diese Massage einfach nur gut (keine Massage im herkömmlichen Sinn…..) Alles Liebe, Martina

  11. Ich fühle mit dir. Es ist so schwer, die Sonnenseiten zu sehen, wenn das Kleine lange, intensive Schreiphasen hat. Und es kostet so viel Kraft. „Genießen“, ja! Da ist mir auch manchmal ein sarkastischer Lacher ausgekommen. Das ist nicht immer im Moment möglich. Aber mittlerweile genieße ich rückblickend, mit Fotos und so weiter. Das, was so wunderbar ist an den ersten Tagen und Wochen: der Babyduft, die unglaubliche Winzigkeit und so weiter. Und all das Schreien, Weinen, die Müdigkeit… das kann man dann irgendwann mit einem kleinen Seufzer hinter sich lassen. Fühl dich nicht verpflichtet, zu genießen und den gestellten Mami-Baby-Fotos aus der Werbung zu entsprechen. Die sind ebenso wenig real wie Autos, die ständig nur Küstenstraßen entlangfahren oder blankgeputzte Bäder oder…
    Ihr macht das sicher wunderbar, indem ihr Euer bestes gebt, um den Kleinen zu beruhigen. Es ist schwer, das Schreien anzunehmen und auszuhalten, und zwar ohne ständig den Grund dafür zu suchen bzw. zu glauben, dass etwas nicht richtig ist. So wie Nina habe ich meistens mit Stillen beruhigen können – oder bin tragetuchtragend spazieren gegangen. Beide Kinder ließen sich kaum einen Moment ablegen… die daraus resultierende Müdigkeit kann sich keiner auch nur im Ansatz vorstellen, der’s nicht selbst erlebt hat. Meistens war’s leichter, wenn ich mich aufraffen konnte, raus zu gehen oder mich mit einer Freundin zu treffen.
    Ich bin sicher, Ihr werdet Euren Weg finden. Inzwischen schicke ich ganz viel Kraft und Geduld für die anstrengende, intensive Zeit.
    Alles Liebe, Katharina

  12. Uns ging das die ersten Wochen ähnlich und dann nochmal als die ersten Zähne kamen. Da hat sich mein Kleiner noch im Tragetuch beim schunkeln mit allen Kräften gewehrt. Osteopath hatte uns unsere Hebamme auch empfohlen, aber es wurde dann relativ plötzlich besser (warum wissen wir auch nicht). Ich drück euch die Daumen das sich das Wolfsbaby bald mit dieser Welt anfreundet und wünsche euch ganz viel Kraft (und erlösende Tränen, wenn die Kraft nicht mehr reicht)

  13. bachblüten rescue-tropfen.
    das hat bei uns oft geholfen. dem kleinen einfach einen tropfen auf dem köpfchen verreiben, selber 4 tropfen pur nehmen.
    und der tip mit dem ostheopath ist auch klasse, das wäre auch eine möglichkeit.

    wünsche euch viel viel geduld!

    ganz liebe grüße
    ilona

  14. liebe wölfin, ich war bis anhin eine stille leserin, und komme immer gerne wieder vorbei.
    ich wünsche dir viel kraft in dieser zeit!
    kennst du die cranio-sacral-therapie? unser kleiner hatte manchmal ganz eine komische bewegung (exxtreme beugung nach hinten) gemacht als er noch ein baby war, und dank cranio konnten wir das lindern. ich habe gehört, dass beim cranio mit dem kind auch die bewegung, die das baby bei der geburt erlebt, nachgemacht wird, um dem kind das ankommen hier zu erleichtern, zu helfen. gerade bei einem kaiserschnittkind, dem diese bewegung ja sozusagen fehlt, könnte ich mir vorstellen dass das hilft.
    lass dich nicht unter druck setzen von anderen leuten, höre auf dein herz und auf deinen sohn….
    alles liebe, isa. 🙂

    hier eine arbeit zum thema, spannend:
    http://www.cranioschule.ch/cranio/data/data%20Schuleintern/diplom07/kubicek_keburt_bilder.pdf

  15. Und jetzt haben alle Mütter und Nicht-Mütter gute Ratschläge dafür, was ihr machen sollt oder keinesfalls tun dürft. Die Umstellungs-Phase ist für alle Beteiligten hart, besonders beim ersten Kind (ich sehe es gerade bei meiner Schwägerin, am zweiten, das auch sehr unzufrieden scheint mit der Gesamtsituation). Ich wünsche euch gute Nerven und viel Geduld mit dem Kleinen und mit euch selbst!

  16. Ich habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen, aber habt ihr schon an eine ostheopathische Behandlung gedacht?
    Ich sehe in der Kinderarztpraxis, in der ich arbeite, dass das oft das Einzige ist, das hilft….
    Starke Nerven wünscht
    Amelie

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s