Die Milch macht´s!

Stillen ist ja bekanntlich die beste Ernährung für ein Baby und so ist es nicht verwuderlich, dass man überall über die Vorteile  der Muttermilch, über den Stillvorgang und über das Bonding lesen kann… Oft bekomme ich da den eindruck, dass gute Mütter ihr Kind stillen…

Und so kam es, dass natürlich auch ich stillen wollte… schließlich ist es das Beste für mein Kind und dazu nicht nur ökologisch, sondern dazu auch noch günstiger… dazu hat man sie überall dabei, ist immer wohl temperiert und auch noch in den richtigen Mengen vorhanden… nur Vorteile also…

Schon im Krankenhaus stellte es sich aber schwieriger dar, als gedacht, denn der kleine Wurm konnte die Brustwarze nicht fassen und schrie immer verzweifelter die Brust an, die schon in seinem Munde war. Wenn er sie denn dann mal zu fassen kam, kam natürlich nicht direkt Milch, was ihn noch mehr frustrierte und dann wieder zu heftigen Schreiattacken führte… Wir wurden fachmänsisch angeleitet, mit Stillhütchen und anderem Schnick und Schnack – aber es blieb dabei!

Anstatt eines „schönen Erlebnis zwischen Mutter&Kind“ war es für mich ein Horror. Ich war genau so frustriert wie mein Kind, und kam die Stillzeit kam die Angst… so wollte ich immer mehr diese Situation vermeiden… klappte es wider erwartend dann doch mal, so war ich angespannt und erschöpft… es war ein Kampf auf beiden Seiten…

Dazu kam, dass ich zu wenig Milch hatte und der Milcheinschuss erst nach einer Woche kam… Ich bekam eine Pumpe, damit ich wenigstens Milch abpumpen konnte, um mein Kind zu ernähren…

Seitdem pumpte ich drei stündlich ab – tagsüber und auch nachts! Ich kam mir vor, wie eine Versagerin, weil ich es nicht schaffte, mein Kind zu stillen…wollte ihn aber auch eigentlich gar nicht mehr anlegen, weil es mich so verletzte, was mir wiederum Schuldgefühle bereitete… Eine Abwärtsspirale… Es sah dann so aus: Abpumpen beider Brüste (nacheinander, damit man wenigstens was trinken kann/Buch lesen) = 40 Minuten
Baby füttern (ein Mümmler) = 40 Minuten
Ergo mindestens 80 Minuten, die alleine nur für´s Füttern drauf gehen… dazu kommen dann noch wickeln und in den Schlaf geleiten…
Ich kam kaum zur Ruhe… war nur erschöpft, konnte aber dann kaum schlafen tagsüber… Zwischendurch probierte ich es immer wieder, ihn an zu legen, was immer gleich endete…

Ich konnte nirgendswo hin fahren (mit den Öffis), weil ich über eine Stunde nur fürt die Wege brauche und dann auch noch in der Stadt umher gehen mag (ohne Stress) – und es dann wieder „Pumpzeit“ war.

Letzte Woche dann DER Durchbruch – es gelang mir (mit Stillhütchen)ihn an zu legen… allerdings musst ich zuvor ein wenig anpumpen, damit er sofort ein Erfolgserlebnis hatte, und nacher abpumpen, weil er nicht so viel Kraft hatte, die Brüste leer zu trinken… er schlief dabei ein, und musste immer wieder geweckt werden – und ich musste nachher abpumpen und ihm die restliche Milch geben, weil er noch Hunger hatte…

vorpumpen = 10 Min Trinken lassen = 60 Min
Abpumpen = 15 Minuten
Füttern = 15-20 Minuten
Macht zusammen mehr als zuvor.

Ich war sooo verzweifelt, dass ich weinend zusammenbrach… Es klappte zwar jetzt mit dem anlegen, aber mein Leben würde nur noch aus Füttern bestehen… besonders in den Nächten (die sowieso schon schlafarm waren) graute mir davor (warum es mir generell so schlecht ging, erfahrt ihr in einem separatem Post).

„Es reicht!“

Wäre ich eine schlechtere Mutter, wenn ich mein Kind nicht mehr stillen würde? Würde ich mein Kind weniger lieben? Würde unsere Beziehung zueinander darunter leiden? Würde er „schlechter gedeihen“? Und wie sieht es aus mit Allergien, Unverträglichkeiten, Gabe der „bösen“ unveganen Milch? Ich für mich entschied mich, dass ich eine bessere Mutter für mein Kind sein würde, wenn es mir gut ginge. Dann könnte ich ihn mit Liebe und Zuneigung überschütten, hätte genügend Energie und Geduld, jede Stimmungslage auszubalancieren… Ich wäre definitiv eine bessere Mutter für mein Kind, als wenn ich ihn weiter stillen würde…

Seitdem stille ich ab und mein Kind bekommt böse Flaschen-Nahrung.  Ich habe mehr Zeit für mich, und kann mich besser entspannen – habe also viel mehr Energie, mich um das kleine Wölflein zu kümmern.
Gute Mütter kommen in den Himmel = Böse in die Badewanne 😉

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23 Kommentare zu „Die Milch macht´s!

  1. 🙂 Also ich hab mich mit 3 Monaten selbst abgestillt obwohl meine Mum mir gerne noch weiter die Brust gegeben hätte.
    Aus mir ist ja auch was geworden 😉
    Drück dich liebste Freundin & tolle Mutti,
    Karmi

  2. Ich konnte/durfte nich stillen, Medis wegen Kaiserschnitt in den 70igern hieß nicht stillen, ich wurde zwangsweise von einer Krankenschwester abgestillt, weil die Arbeit fangen wir uns gar nicht erst an, meinte sie. Ich hab meine Tochter mit der Flasche gfüttert und dann trotzdem an die Brust gelegt, ohne trinken, das fanden wir beide gut. Ich finde deine Entscheidung richtig!

  3. Weißt du was das wirklich schlimme daran ist das du jetzt pöse Nahrung an dein Baby gibst?
    Das ist das heimlich schlechte Gewissen das dir von sogenannten Übermüttern eingetrichtert wurde!
    Keine Mutter ist schlechter als die andere wenn sie nicht stillt! Laß dir das von niemanden einreden! Auch nicht das dein Kind per Kaiserschnitt auf die Welt kam, und wenn du dein Kind fremdbetreuen lässt!
    Ich finde diese ganze Mutterheiligkeit ganz, ganz schlimm, denn sie schaden nur der Mutter selber.
    Eine handvoll meiner Freundinnen hat ihre Kinder von Anfang bewußt nicht gestillt, einfach weil sie nicht abhängig vom Kind sein wollten. Das ist völlig legitim!
    Denn das wichtigste ist, das Kind wird genährt!
    Und wenn die Mutter Medis nehmen muß, kann sie auch kein Kind stillen?
    Meiner Mutter habe ich als die ersten Zähnchen kamen fast die halbe Brustwarze abgebissen, danach wurde ich abgestillt. Hätte sie mich etwa weiter stillen sollen, weil es sich so gehört? Absoluter Blödsinn! Wer stillen mag solll das tun wer nicht, eben nicht, die Nahrung aus der Flasche ist quasi genauso gut!

  4. Ich finde es total traurig, dass es dich so belastet hat, dass es mit dem Stillen nicht klappen wollte… Es wird einem ja regelrecht, durch die ganzen Übermutti-Blogs etc., eingehämmert, dass man stillen müsse, alles so natürlich wie möglich bla bla. Das bekommen sogar Frauen wie ich mit, die noch gar nicht an Kinder denken. Und deswegen bemühen sich Frauen dann so verzweifelt zu stillen, obwohl es einfach nicht geht, geben sich selber die Schuld usw. Ich bin froh, dass du dich darum nicht mehr kümmerst. Die beste Mama bist du dann, wenn es dir selber gut geht. Man kann andere nur dann lieben und versorgen, wenn man sich selber auch liebt und pflegt. Jede will nur das Beste für ihr Kind, aber es gibt da nicht einen perfekten Weg. Wenn eine stillen mag und kann – klasse, aber dann empfindet sie das ja auch nicht als solch immensen Stress, der letztendlich alle, auch das Kind belastet…

    Und übrigens, Flaschenmilch muss gar nicht unvegan sein, ich hatte mich da vor längerer Zeit mal aus reiner Neugierde informiert und es gibt da eine Alternative: http://www.humana.de/de/produkte/spezialnahrungen/bei-lactose-intoleranz/details/?tt_products%5Bproduct%5D=457

    Fühl dich ganz lieb gedrück! 🙂

      1. Für das Baby ist die vegane Alternative aufgrund der Phytohormone, die in Soja enthalten sind, schädlicher, als die „böse“ Kuhmilch. Eine Alternative ist dieses Milchpulver nur für die Säuglinge, die wirklich nichts anderes vertragen.

  5. Ach, ich fühle so sehr mit dir!
    Umso schöner das Du Dich nun ennoch zu diesem Weg entschieden hast, auch wenn Du es dir anders gewünscht hast! Aber solche Dinge kommen eben oft anders als man denkt, aber der Kleine braucht eben auch eine Mama mit Kraft und Energie damit Du ihm Deine viiiiiele Liebe auch zeigen und geben kannst. ^^
    Meine Tochter ist nun 27Monate alt udn ich habe „nur“ 1/2Jahr gestillt, obwohl ich viel länger wollte. Doch es war die ganze Zeit ein Kraftakt für uns beide und genau wie du schreibst, bestanden meine ersten Mama-Monate gefühlt NUR aus füttern.
    Ewig auf derCouch sitzen und stillen, abpumpen, stillen, stillen, stillen.
    *seufz*
    Immer dachte ich „Warum hat einem niiie jemand gesagt wie unglaublich schwierig es ist stillen zu können???“
    Als ich beschloss abzustillen war es zwar eine Erleichterung, aber ich fühle mich heute noch traurig wenn ich daran denke.
    Doch es wurde nie dieses leichte, unbeschwerte „nebenbei“ schnell stillen wie ich es bei anderen wie selbstverständlich erlebt habe.
    Hauptsache es geht Euch beiden gut, ihr werdet Euren eigenen Wegg finden( müssen 😉 ) ^^
    Mehr als alles andere braucht er einfach Deine Liebe, das ist die Hauptsache!!!!!
    Allerliebste grüße, fühl Dich umamrt
    MamaMia

  6. Weißt du, du hast auf jeden Fall recht. Wenn es der Mutter gut geht, dann geht es dem Kind auch gut. Ob es nun gestillt wird oder nicht. Wenn es nicht geht, dann geht es eben nicht. Wenn es nur Qual ist, dann ist es besser eine andere Lösung zu finden.
    Ich bin zwar fürs Stillen, aber nur wenn es eben auch ohne Probleme geht 😉 Und wenn es nicht geht, dann heißt das noch lange nicht daß du dein Kind weniger liebst oder diese Bindung schwächer wird.

    Es tut mir leid daß es bei euch anscheinend nicht so klappen will. Aber dennoch versuche die gemeinsame Zeit zu genießen, das geht auf jeden Fall auch ohne Stillen ;.)

    Ich wünsche euch das Beste!

    Liebe Grüße,

    Kivi

  7. All diese schönen Idealvorstellungen davon, wie man seine imaginären Kinder behandeln, erziehen und füttern will, sind einfach nicht realitätstauglich. Und niemand ist eine „schlechte“ Mutter, wenn er Babynahrung verwendet oder (später) auch mal Nudeln mit Ketchup auf den Tisch stellt, weil das Kind natürlich nichts anderes essen will. Bislang ist das an dieser Stelle alles noch Theorie, aber ich glaube, man muss einfach ausprobieren, was tatsächlich funktioniert. Hauptsache, alle sind gesund und glücklich. Viel Erfolg!

  8. Das ist nun mal das Abenteuer, jede Mum muss für sich und das Baby den Weg alleine finden…..bei allen Vorgaben, Möglichkeiten und und und, gibt es einfach nicht den „einzig wahren Weg“…..

    Was bei mir prima funktioniert hat kann für Dich ein Albtraum sein, ebenso gibt es genug Rat-schläge, für die hätten die Verfasser am ehesten Schläge verdient, wirklich…..

    Lass Dich nicht verrückt machen, der Weg ist lang und steinig, aber auch eine einzigartige Erfahrung, lass es auf Dich zu kommen, die Natur hat sich schon etwas dabei gedacht, nicht zu viel in Ratgebern lesen, auch Omas müssen hin und wieder ausgebremst werden…..sicher, alle meinen es nur gut, aber erstens ist heute eine ganz andere Zeit und zweitens überhaupt, wenn es danach geht, kannst Du es niemandem Recht machen!

    Brauchst Du aber auch nicht, hauptsache dem kleinen Wolfskind geht es gut, der Herzmann vertritt hin und wieder die Wolfsmutter und eure kleine Familie hält zusammen, das wird schon ♥

    Herzliche Grüße
    Silberweide

  9. mein sohn kam in der 28. ssw, da war keine milch da. die hebammen im krankenhaus wollten aber unbedingt, daß ich stille, also brachten sie mir so eine maschine und ich sollte alles zwei stunden pumpen. WOZU?! mein sohn war viel zu klein, durfte eh nicht lange raus aus dem inkubator, hätte gar nicht die kraft gehabt, sich zu stillen. nach drei tagen habe ich gestreikt. ohne auch nur jemals einen tropfen milch hervorgelockt zu haben. ich fand milchpulver super, für mich, und ich kann dich absolut bestens verstehen. hey, wir haben doch heute diese alternativen, wieso sie dann nicht nutzen, wenn es sinn macht?
    viel spaß in der wanne 😀

  10. Deinen Beitrag hätte ich auch genau so schreiben können. Erst der total späte Milcheinschuss, dann brauchte ich ewig zum Abpumpen für mein bisschen Milch (während die anderen Mütter im Abpumpzimmer des Krankenhauses 2 Tage nach Geburt komplette Fläschchen füllten o.O), dann brauchten die Kleinen ewig bis sie auch nur ein paar Gramm aus der Brust zogen, wenn überhaupt. Und dann waren sie hinterher zu kaputt fürs Fläschchen. Hab dann schon entschieden, dass ich sie nicht mehr anlege, weil dafür bei Zweien einfach die Zeit fehlt, wenn man nur mal essen und ein bisschen schlafen will. Aber auf Dauer ist das Abpumpen eben auch keine Lösung zumal ich im Moment nur ganze 1-2 Mahlzeiten für sie herausbekomme. Tendiere auch mit jedem Tag mehr zur Flaschennahrung. Und auch wenn ich echt traurig bin, dass es nicht klappt, denke ich dass es für uns die mit Abstand entspanntere Lösung wäre. Danke dir für den Beitrag. Auch wenn es mir für euch Leid tut, dass auch eure Stillwünsche nicht geklappt haben, so ist es beruhigend zu lesen, dass es nicht nur mir so geht.

  11. Nachdem du ja nun schon ganz viel Verstärkung und Zuspruch hier bekommen hast werde ich mal meine ehrliche Meinung kundtun, auch wenn diese nicht so beliebt sein wird. Vorweg: Ich finde weder Nicht – Stillen noch Kaiserschnitt schlimm.
    Du hast irgendwann mal vor Monaten, als du schwanger warst einen Post veröffentlicht wo es darum ging, wie du was gedenkst zu tun, im Jahr 2013. Damals habe ich dir als vorsichtigen Rat geschrieben, dass ich Pläne erst einmal zur Seite schieben würde. Wenn ein Kind kommt, verändert sich alles. Da haben Pläne keinen Platz – zumindest in den ersten Wochen.
    Du bist doch eine spirituelle Frau, eine Frau mit Intuition?! Was ich aus deinen Posts immer wieder herauslese ist die (unbewusste) Weigerung, dich deinem neuen Leben, dem neuen Leben in deinem Bauch und jetzt in deinen Armen hinzugeben. Bei meiner ersten Tochter war alles genau so wie bei dir jetzt. Kaiserschnitt. Abgestillt. Mir selbst wieder und wieder versichert, dass ich trotzdem eine super Mutter bin, und das auch nach aussen verteidigt. Ich bin froh, dass ich noch weitere Kinder bekommen habe, wo ich mich fallen lassen konnte. Auch jetzt läuft und lief bei mir nicht alles easy. Meine rechte Brustwarze war drei Wochen lang zerfetzt – aber ich wusste einfach, dass es sich lohnt, durchzuhalten. Es geht nicht darum dir zeigen zu wollen, dass ich, weil ich stille irgendwas besser mache als du. Besser und schlechter ist eh für die Katz. Aber gerade was Wachstum angeht, kann man einfach so gigantisch viel erleben, wenn man loslässt. Hm, ich hoffe, du verstehst ein bißchen, was ich dir sagen will. Und wenn nicht jetzt, dann vielleicht später.
    Alles Gute dir und deinem Wölfchen.
    Nina

    1. Liebe Nina,
      ich respektiere deine Meinung, kann aber für mich behaupten, dass ich für mich richtig handel. Und ich kann dir nur 100% zustimmen, wenn du sagst, dass man Wachstum erleben kann, wenn man los lässt… ich lasse das Stillen los! Das war ein sehr langsamer und schmerzvoller Prozess – aber umso mehr kann ich mich jetzt an allem erfreuen. Stell dir vor, dass es bei deinem ersten Kind für dich auch richtig war – und beim zweiten war etwas anderes richtig… so ist das nun mal… alles verändert sich. Und besonders du hast dich verändert zwischen deinem ersten und deinem dritten Kind. Und auch deine Kinder sind unterschiedlich. Aber nur weil jemand Pläne hat, weiterhin als eigenständige Person bestehen will, Freiräume braucht, heißt das noch lange nicht, dass diese Person sich nicht genug hingeben würde.
      Hingabe bedeutet nicht, sich selber auf zu geben… manchmal bedeutet es, einen Traum/Wunsch los zu lassen und das ist in diesem Fall das Stillen!

  12. Hi, ich würde das Muttersein nicht vom Stillen allein abhängig machen und ich würde die Formula-Nahrung auch nicht mit schlechter Energie aufladen, indem ich sie böse nenne. Das wichtigste ist die Selbstfürsorge. Geht es Dir gut, dann geht es auch Deinem Kind gut. Ich finde Du hast richtig gehandelt, indem Du dem Pump-Wahnsinn ein Ende bereitet hast und somit mehr Zeit für Entspannung für Dich und Dein Baby hast – ist es nicht genau das, woran man sich später gerne erinnert?
    Als Hebamme, sehe ich, dass es den Müttern heute sehr schwer gemacht wird, durch ein zuviel an Information. Die Mütter bekommen dadurch oft das Gefühl, stillen erstmal studieren zu müssen, damit es klappt. Mit diesem Druck wird es dann schwer. Es mangelt an weiblichen Vorbildern und der nötigen Ruhe und Gelassenheit. Wie auch, selbst unsere Mütter hatten es noch schwerer mit dem Stillen. Ich bin, wie Dein Sohn etwa, 4 Wochen gestillt worden, ich hab ein Bombenimmunsystem und wunderbare Kindheitserinnerungen an eine ganz liebevolle fürsorgliche Mutter. Und ich bin so dankbar, dass sie meine Mutter ist und das ist ganz unabhängig vom Stillen.
    Deshalb, gib dem Stillen nicht soviel Gewicht, Du bist mehr als das. Die Ruhe und Gelassenheit, die Du jetzt sicher ausstrahlst, bekommen Deinem Kind besser, als der ganze Streß mit Muttermilch. Leb die innere Freiheit und das wunderbare Gefühl, nicht abhängig von irgendwelchen Idealen zu sein. Schlechtes Gewissen führt nur in Depressionen. Sei Pionier, feier Dich, Du bist Frau, Du bist Mutter. Punkt. Für viele Frauen bist Du sicher ein Halt, weil Du mutig zu Deinen schweren Erfahrungen stehst. Das verbindet uns alle, denn eine jede musste schon von ihren Wünschen und Vorstellungen schmerzhaft Abschied nehmen.
    Außerdem, wer sagt, dass es nicht auch eine Sache des Kindes ist? Ich hatte schon Mütter, die haben 2 Kinder wunderbar gestillt und beim 3. hat es überhaupt nicht geklappt. An den Müttern kann es nicht gelegen haben. Dazu gehören immer noch 2.
    Alles Liebe, Isabelle

  13. Du machst das selbe durch wie ich:
    So viel vorgehabt, wie ‚gut‘ es meinem Baby gehen soll und was ich alles ‚Gutes‘ für es tun will und wer macht mir einen Strich durch all die gut geplanten Ideale? Mein Kind!
    Verinnerliche dir eins: Du bist eine gute Mutter, so lange du deinem Kind Geborgenheit gibst und es liebst und du ihm das auch zeigst. Ob du stillst oder nicht, ist egal. Ob du eine normale Geburt hast oder nicht, ist egal.
    Du bist eine gute Mutter, wenn du Bedingungen schaffst, die euch beide glücklich machen. Und wenn du glücklich bist, wenn du ihm die Flasche gibst und er glücklich ist, weil er endlich gut trinken kann, DANN bist du eine gute Mutter. Alles andere ist Folter und Qual für beide.
    Eine gestresste Mutter kann nie ‚gut‘ in dem Sinne sein, weil sie einfach keine Kraft hat. Häng die ganzen Ideale, die man meist nicht selbst entwickelt hat, sondern irgendwo gelesen und gehört hat, an den Nagel. Mach nur noch das, was du fühlst, was richtig ist. Ich hab ständig gegen mein Gefühl gehandelt, weil überall nur Achtung und Vorsicht und tu dies ja nicht und tu das niemals stand und gesagt wurde und inzwischen sind meine Kinder gross, ich arbeite beruflich in einer Krippe und ich weiss nun, dass vieles davon nicht nötig gewesen wäre. Als unerfahrene Mutter hat man ständig Angst, was falsch zu machen und vor allem der Kommerz nutzt das aus.
    Ich hätte auf mein Herz hören sollen – lausche auf deins und entscheide.
    Vergiss nie: Das Wichtigste für ein Baby ist Liebe und Geborgenheit, Stillen etc. sind Randerscheinungen, die zwar ideal sind aber nicht schlimm, wenn es nicht stattfindet, alles andere ergibt sich von selbst.

  14. Ich kann mir vorstellen, dass du gern gestillt hättest. Stillen ist am Anfang oft ein Vollzeitjob (im Sinne von 24h/Tag…), das ist richtig. Deshalb bin ich auch oft stillend in der Badewanne gelegen ;-).
    Alles Gute für Euren „Plan B“, es hört sich jedenfalls so an als wärst du sehr erleichtert nach dieser Entscheidung. Ich wünsche Euch von Herzen ein entspanntes zweites Monat.
    Alles Liebe, Katharina

  15. Ich habe mich gerade in meiner Abschlussarbeit mit den Schwangerschafts-,Geburts- und Mütterbildern in der Kunst beschäftigt, die ja immer auch die gesellschaftlichen Vorstellungen spiegeln. Es ist unglaublich wie stark idealisiert diese Lebensphasen dargestellt werden (hauptsächlich von männlichen Künstlern, die diese Situationen nie selbst erlebt haben). Im Mittelalter trägt die Schwangere oder Mutter dann auch passenderweise einen Heiligenschein 😇 Daher wundert es mich gar nicht, dass so viele Frauen von sich übertrieben viel verlangen. Was du gerade und schon seit vielen Monaten durchmachst, ist nicht nur Erfüllung, sondern auch Belastung für Körper und Seele -meiner Meinung nach nicht der natürliche „Ziel-Zustand“ einer Frau, sondern vor allem Ausnahmesituation! Da ist es ganz wichtig, auch auf dich und deine Bedürfnisse zu achten. Du hast ja auch eine Geburt hinter dir, körperlich und auch psychisch. Letztendlich hilft es dann auch deinem Kind nicht, wenn du selbst nicht mehr kannst. Ich hoffe für dich, dass du auf deinen Bauch hören kannst und nicht auf die kollektiven Übermütter im Kopf 😉 Ich glaube, für dein Kind ist alles ok, was auch dir gut tut.

  16. Ich kann mich den anderen nur anschließen. Du bist ja nicht nur die Mutter (und vor allem keine Übermutter) und dem Baby verantwortlich, du bist auch die Wölfin und dir selbst gegenüber verantwortlich. Und wenn es dir gut tut, nicht mehr zu stillen, dann kann es auch nicht so schlecht für das Kind sein. Eine Bindung an das Kind erfolgt vor allem durch Liebe, nicht durch Muttermilch, in die ganz viel Angst und Stress eingeflossen ist.

    Ich wurde auch nur sehr kurz gestillt, weil es nicht ging und siehe da: Ich bin groß, gesund und kräftig. 😉

  17. Als ich vor 32 Jahren meinen ersten Sohn bekam, klappte es schon in der Klinik nicht mit dem Stillen. Ich war ziemlich unglücklich, aber eine alte, erfahrene Hebamme tröstete mich und meinte, das es so etwas eben gibt. Punkt! Von da an gab ich meinem Sohn Flaschennahrung und hatte nie das Gefühl, deswegen eine schlechte Mutter zu sein. Bei Sohn Nr. 2 gabs dasselbe Theater. Nur leider wurde ich damals von einer jungen, übermotivierten Hebamme betreut. Sie war nicht schlecht, aber sie meinte halt, dass mit einem bisschen guten Willen jede Frau stillen könne. Nach 5 Tagen wog mein Sohn nur noch 2500 g und bekam endlich Flaschennahrung. S2 war im Gegensatz zu S1 in den ersten Lebensjahren sehr oft krank. Ich schiebe das auch auf die mangelnde Versorgung an seinen ersten Lebenstagen. Inzwischen sind beide junge Männer – und ich immer noch die besorgte Mutter 🙂
    Langer Rede kurzer Sinn: Du hast einem Menschen das Leben geschenkt , und Du wirst für den Rest Deines Lebens Mutter sein. Da ist die Entscheidung Stillen oder nicht nur eine unter tausenden, die Du treffen musst. Ich denke, Du hast richtig entschieden. Alles Gute für Dich und den kleine Wolf.

  18. Gut gemacht.
    Lieber mit Liebe die Flasche, als mit den Tränen in den Augen die Brust.
    So habe ich es bei meinen vier Kindern auch gehalten.
    Im Krankenhaus klappte das Stillen noch gut, aber zu Hause im stressigen
    Alltag nicht mehr so. Also habe ich beides gemacht und wir sind alle gut
    damit gefahren.
    Das Kind, dass nie gestillt wurde, ist das einzige, das keine Allergien hat.
    Und er ist jetzt 21 🙂
    Mach weiter so und hör auf Dich selbst.

    Liebe Grüße
    die Sammlerin

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