Vision-Quest

Durch die Wälder streifend, verändern sich die Bäume. Ich kann ihnen fast dabei zu sehen, wie sie ihr Inneres transformieren und sichtbar machen… und damit die Welt verändern. Galadriel würde nun sagen: „Die Welt ist im Wandel… ich fühle es im Wasser … ich spüre es in der Erde… ich rieche es in der Luft!“  Und genau so ist es auch. Der Wind ist ein anderer – wärmer – weicher… und er trägt andere Gerüche in sich, die von dem neuen Leben erzählen, was überall beginnt zu spriessen.

Alles verändert sich – und auch ich habe mich in den letzten Monaten sehr verändert – bin eine andere geworden – oder doch die Gleiche geblieben?

Ich streife durch die Wälder meiner Seele, und gehe mutig vor – erkunde mir fremde Täler und dunkle Ecken, um sie mit neuem Licht zu erfüllen… Schattenarbeit – und doch ist es um mich herum hell…
In den letzten zwei Wochen war ich auf der Suche nach etwas, etwas, was ich glaubte verloren zu haben – ein Stück mich selber…  Wer bin ich als Mutter? Kann ich mir das aussuchen? Wie fühlt es sich an? Reicht es, wenn ich mir Ziele setze? Leider nein…  Ich musste lernen, dass man selber etwas Zeit braucht, bis man in einer neuen Rolle ankommt.

Gestern, als ich bei dem schönene Wetter draußen herum spazierte, der Frosch war zu Hause, seine erste Erkältung aus kurieren, war da etwas anderes plötzlich in mir… ich fühlte, wie die Mutterrolle leise Wurzeln in mir schlug und vorsichtig keimte, wie die Samen, die ich auf dem Balkon aus gesäät hatte.

Nun beschließe ich, einen „Mütter-Altar“ zu gestalten, um mir in der neuen Rolle ein wenig mehr Energie zu schicken… Dazu habe ich mir gestern ein kleines Stiefmütterchen gekauft, was nun schon auf dem Altar steht…
Jetzt beginnt er langsam zu wachsen…

Was habt ihr gemacht, um in eurer „Mutter-Rolle“ an zu kommen (oder in einer, für euch nuene Rolle)? Was könnte als Symbol auf den Altar kommen?

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4 Kommentare zu „Vision-Quest

  1. mir fällt es scheinbar sehr leicht, neue rollen anzunehmen und in sie reinzuschlüpfen. das passiert ganz natürlich und ich mache mir keine großen gedanken drum. aber eine schöne geschichte fällt mir ein. als die tochter ein paar monate alt war, nahm ich an einem beltane ritual teil. nach der ganzen zeremonie zogen alle teilnehmer ein zettelchen: einbaumorakel, das jemand vorbereitet hatte. ich zog den apfelbaum. symbol für mütterlichkeit. vielleicht könntest du einen pflanzen? oder den alltag mit äpfeln dekorieren?
    von snatam kaur gibt es eine cd divine mother, von sinead o’connor universal mother. ausserdem ist bald muttertag 🙂

  2. Mir ging es damals wohl ähnlich wie Jademond es beschrieben hat, reingeschlüpft und ab ins Abenteuer, es war einfach selbstverständlich…..auch wenn ich es damals nicht als Altar angesehen habe, so hatte ich aber ein Schallbild gerahmt, das Bändchen aus dem Krankenhaus und ein erstes Photo mit Kind im Arm aufgestellt…..von Kerzen und damals Räucherstäbchen eingerahmt……

    Schönes Wochenende
    Silberweide

  3. Da ich (bewußt) keine leiblichen Kinder habe (dafür bin ich dreifache, hingebungsvolle Katzenmutti) kann ich Dir leider keine Ratschläge geben. Aber ich finde die Idee ganz wundervoll ♥

  4. für mich war das annehmen der mutterrolle überhaupt nicht leicht oder selbstverständlich. das ging soweit, daß ich mich gefragt habe, ob ich krank bin oder einfach ein schlechter mensch. es hat jahre gebraucht, bis mir klar wurde, daß ich das, was viele unter muttersein verstehen, weder leben kann noch leben will. ich habe das schon mal geschrieben, ich will keine symbiose mit meinem kind – wir sind jeweils eigene menschen mit einer schnittmenge, mehr nicht. aber auch nicht weniger.
    was habe ich also getan, um in der mutterrolle, die sich für mich ok anfühlt, anzukommen? ich habe grenzen gezogen, nicht eingerissen. ich habe mir zeit für mich genommen, für sport, freundinnen, museumsbesuche und co., ganz mit mir allein. ich habe mein kind ganz früh zur selbständigkeit erzogen, denn die vorstellung, daß es mir 10, 12 oder gar mehr jahre am rockzipfel baumelt, war mir unerträglich. und ich habe die zeit, die ich mit meinem kind verbringe, ganz bewußt gestaltet und erlebt, war dann zu 100 % da und aufnahmefähig.
    ganz ehrlich? ich glaube, egal, was wir tun, unsere kinder werden es uns eines tages…naja, vielleicht nicht vorwerfen, aber sie werden das, sie werden uns in frage stellen. die eigentliche frage war für mich, ob ich damit umgehen kann. und ja, das kann ich. es ist der job meines kindes, mich in frage zu stellen, und das, was ich tu.

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