Ereshkigal – Deinen Schatten annehmen

Das vergangene Jahr war für mich nicht gerade leicht, wie ihr hier und hier vielleicht schon mitbekommen habt… Und deswegen habe ich eine Göttin zu mir eingeladen, die mir am Neujahrstag, meine „Wiedergeburt“ unterstützen sollte.

Ereshkigal ist die dunkle Schwester der Innana, die in die Unterwelt hinab stieg (es gibt mehre Mythen um den Grund, z.B. hier) und ihr dort begegnet. Doch bis dahin ist es ein langer und beschwerlicher Weg durch die Unterwelt.

Ich ging freiwillig dorthin –
ich ging in meinen schönsten Kleidern,
ich trug erlesenen Schmuck,
auf dem Kopf die Krone der Himmelskönigin!
Mein Weg führte mich in die Unterwelt:
an den sieben Toren
wurden mir sieben Schichten
meines Seins genommen.
Die, die ich dachte zu sein, wurde gehäutet,
bis an ihrer Stelle die stand, die ich wirklich bin.
Dann sah ich sie:
Sie war riesig und dunkel,
sie roch unangenehm und war behaart.
Mit Löwenkopf und Löwenklauen
verschlang sie alles, was vor sie kam.
Ereskigal, meine Schwester!
Sie war alles, was ich nicht bin,
alles, was ich versteckte,
alles, was ich begraben hatte,
alles, was ich ablehnte.
Ereskigal, meine Schwester,
Ereskigal, mein Schatten,
Ereskigal, mein Selbst.

– aus Göttinnengeflüster von Amy S. Marashinsky –

Ich bin ihr begegnet, meiner dunklen Schwester – sie riss alle alten Wunden auf, die da waren – sie zerstückelte mein Sein und fraß meine Träume. Doch als ich da lag, in meinen Einzelteilen, kam sie und setzte mich neu zusammen. Ich lernte, Anteile zu integrieren, Dinge an zu nehmen und wieder Ganz zu werden. Fragen, auf die ich lange keine Antwort wusste (über 3 – 5 Jahre) wurden plötzlich beantwortet. Ein neuer Weg tat sich vor mir auf.

Es war eine lange Reise durch meine Unterwelt, doch die Zeit ist gekommen, wieder zurück zu kehren – anders als zuvor.

In dem Buch „Kunst, Magie, Heilen“ nennt Cambra Skade solche Frauen „Verwundete Heilerinnen“  – Frauen, die durch ihre Unterwelt gegangen sind, sie erkunden (mussten), um sich wieder mit der eigenen Kraft zu verbinden. Außerdem hat sie mich dazu inspiriert, mich mehr mit meienr Heilung zu befassen – auf kreative Art und Weise. Dazu etwas malen, filzen, singen, tanzen… „es“ raus lassen…

Außerdem möchte ich in ferner Zukunft anderen Frauen durch eben jene düsteren Landschaften begleiten – aber zuerst muss ich heilen, eine Landkarte erstellen, damit ich führen kann.

Und obgleich ich diverse Situationen, Tage und Stunden nicht noch einmal erleben mag, segne ich sie und danke ihnen. Für all die Lektionen, die sie mich gelehrt haben. Scheinbar brauchte ich es… (auch wenn man das nicht wirklich wahr haben will, gel?) Aber ich gehe gestärtk aus dem Schattenreich hervor.

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9 Kommentare zu „Ereshkigal – Deinen Schatten annehmen

  1. Das ist wunderschön. Ich kenne diesen Weg, ich bin ihn auch gegangen und auch wenn er keinen Spaß macht, er ist all die Mühe wert. Eine unversöhnte Ereshkigal kann dir den Weg steinig machen, ohne dass du weißt warum, wenn sie unbewusst bleibt.

    1. Er ist die Mühe wert – ja, da gebe ich dir recht! Ich spüre es, dass es bald vorbei sein wird, aber ich muss ein wenig die Pobacken zusammen kneifen, um das letzte Stück Berg zu schaffen… Mal sehen, wie ich dir gute versöhnen kann – hast du da noch ideen?

      1. Hm… es brauch Zeit… und man muss sie ehrlich annehmen… ich glaube, dafür gibt es kein echtes Rezept weil jeder von uns auf seine eigene Art gestrickt ist.

  2. Sei gegrüßt, wilde Wölfin!
    Ich verstehe selbst sehr gut, warum du dich mit dieser Göttin verbündet hast, um zu dir selbst zu finden. Jeder erlebt mal dunkle Zeiten, Wege ohne Geleit, schwere Aufgaben. Jeder trägt Wunden mit sich und vermeintlich „unschöne“ Seiten. Ich habe ebenfalls gelernt, dass man auch aus dem „Dunklen, Schlechten“ Kraft und neuen Mut schöpfen kann, lernen kann, und dass die Finsternis auch heilen kann.
    Dir noch viel Erfolg, Glück und Liebe bei deiner Heilung. Du schaffst es.

    Die Katzenwölfin

  3. Oh ja, ich habe es auch erlebt… Und obwohl es mir noch immer eine Gänsehaut über den Körper treibt, wenn ich an diese Gefühle und Erlebnisse denke… bin ich heute wohl stärker als je zuvor. Ein wundervoller Begriff übrigens, von der verwundeten Heilerin. Damit kann ich echt was anfangen. Mich hat übrigens Hekate durch diese Reise begleitet und da bleibt sie auch. Gelesen habe ich damals die Wolfsfrau und das war sehr aufschlußreich.

    1. Heute hatte ich auch plötzlich das Gefühl, das dies alles Sinn gemacht hat – oder Sinn macht – und wichtig für mich ist. Ich denke, ich werde dazu sicherlich noch einiges schreiben…

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