Große Freiheiten für kleine Menschen

Das kleine Häschen ist den ganzen Tag in Bewegung – er hoppelt hier hin, hüpft nach da, aber besonders gerne, ist er dort, wo auch ich bin.

Als er gerade versuchte zu kriechen, stand für uns schnell fest, dass wir einen Laufstall brauchen würden – wir entschieden uns für ein Stecksystem, weil es uns erlauben sollte, es flexibel ein zu setzten.

Aber anstatt, wie viele glaubten, ein Gehege (wie Jademondin es so lieb nennt) für den Zwerg zu schaffen, in dem er Zeit verbringen würde, bauten wir uns ein Gehege.

In unserer Wohnung gibt es nur wenig Plätze, an denen der Kleine nicht sein darf oder sein sollte – das sind Orte, die wir einfach nicht kindersicher bekommen – dazu zählt unser Arbeitszimmer. Dort stehen unsere Schreibtische und wir haben hier Platz unseren Hobbys zu frönen, was bedeutet, das viel Kleinzeugs herum steht, Farbe und spitze Gegenstände. Also haben wir das Gitter um diese Zone errichtet – so kann der Zwerg weiter hin seine Freiheit genießen, und wir können (bisher) sicher sein, dass er nicht in die Gefahrenzone gelangt.

Außerdem ist dies ein guter Weg, geliebte Bücherregale vor ihm zu schützen – denn Bücher liebt er über alles. (unsere lieber als seine eigenen)

Dies ist auch ein Grund, weshalb es hier ein Regalstückchen gibt, in denen Bücher liegen, die ausrangiert wurden – mit denen darf er nach Herzenslust experimentieren.

Aber so viele Freiheiten bieten auch große Kritisierungsmöglichkeiten – wir würden unser Kind verwöhnen (dazu ein eigener Post), es wäre an der Zeit das Kind zu erziehen und nicht zu verziehen.

Ich denke, es kann sich bisher ganz gut alleine „erziehen“ – wir haben einen Rahmen (das Gitter?) in dem er sich so bewegen darf, wie er möchte – sich ausprobieren kann, schauen kann, was ihm möglich ist. Und auch dort muss er lernen, dass es Dinge gibt, die nicht in Ordnung sind, die gefährlich sein können, und es ist nun nicht so, dass wir keine „Neins“ aussprechen – aber ich denke, dass Freiheiten wichtig sind, um an sich selber zu wachsen – oder über sich hinaus…

Und je mehr Verantwortung er übernehmen kann, desto mehr Regeln werden dazu kommen… (früh genug).

Wie stehst du dazu?

Wie läuft das bei dir?

Wirst du auch kritisiert?

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4 Kommentare zu „Große Freiheiten für kleine Menschen

  1. Interessant, mit der Frage (wie viel Kritik braucht ein Kind?) habe ich mich auch gerade beschäftigt. Mein Partner wurde als Kind wenig kritisiert und ist ein toller Mensch geworden, der sich allerdings ab und zu mal selbst überschätzt und Schwierigkeiten hat, Grenzen zu erkennen bzw. selbst zu setzen. Ich selbst bin verhältnismäßig viel kritisiert worden und auch aus mir ist etwas Gutes geworden, neige aber dazu mich selbst zu viel zu kritisieren und Ängste zu entwickeln. Hmmmm, irgendwo dazwischen werden wir uns als Eltern wahrscheinlich anzusiedeln.
    Ich glaube auch, dass Grenzen setzen viel mit den eigenen Grenzen zu tun hat. Ich komme gerade von einer Feier, auf der zwei Kinder (vier und sieben) so laut waren wie ein ganzes Klassenzimmer 😉 Meine Grenze, bei der ich die Kinder beruhigt hätte, wäre schon lange erreicht gewesen, während die anderen offensichtlich kein Problem mit der Lautstärke und dem „Chaos“ hatten.
    Je öfter ich jedoch Kinder sehe, die wirklich selten ein „Nein“ hören, desto mehr bin ich überzeugt, dass sie einen gewissen Rahmen selbst brauchen und wollen. Der Vierjährige auf der Feier zum Beispiel hat so lange immer wilder getobt und gealbert, dass er irgendwann ganz erschöpft angefangen hat zu weinen, weil es ihm selbst zu viel wurde. Da hätte eine frühere Grenze der Eltern vielleicht geholfen, unter einem gewissen Level an Aufregung zu bleiben.
    Nicht leicht und bestimmt gibt’s keine Pauschalantwort. Viel Glück beim Ausprobieren 🙂
    Maren

  2. Also grundsätzlich finde ich raum für Entwicklung wichtig. Und was du schreibst klingt toll. Ich habe Kinder im Beruf erlebt , die wollten nicht Draußen spielen , weil sie Angst hatten sich dreckig zu machen. Unsere Kinder dürfen ziemlich viel und wir kritisieren so wenig wir können.Bisher habe ich den Eindruck das es wunderbar klappt.

  3. hmm, ich empfinde das jetzt nicht als Verwöhnen, sondern als logischer Schluss zweier praktisch denkender Menschen, die sich das Leben einfach machen möchten und die das Kind als Teil des Lebens empfinden und es nicht in den Laufstall stecken, aber auch nicht dauernd daneben stehen und nein schreien möchten. Rein aus meinem (kinderlosen) Bauchgefühl heraus ist das doch eine tolle Lösung.

  4. Kritik?
    Aber Hallo!
    Erst meine Mutter (die damals noch ganz weit weg wohnte) und immer meinte, dies und das sei besser und so anstrengend könne der Krümel doch nicht sein und Pipapo. Von der Mutter des Papas ganz zu schweigen, die war ein richtiger Besen (und das ist eine Beleidigung für alle Besen!) und hat NUR gemotzt und gemeckert.
    Dann meine Schwägerin. Erzieherin. Ihr Sohn (5 Jahre) ist ein kleiner Erwachsener. Ich darf ihm nichts sagen, aber an meinem Sohnemann wird rumgemäkelt. Dabei ist er ein Trennungskind und sie als Erzieherin sollte doch wissen, was das bedeutet. Ein alter Freund aus meinen Zeiten als Onlinespiele Zocker, seinerseits Heilpädagoge, kommt tausend mal besser mit dem Krümel aus, als diese angeheiratete Miesepetra.

    Lass‘ dich nicht unterkriegen oder kirre machen. Das ist dein Kind. Wer auch immer da ist, bekommt nur die Hälfte oder gar nur ein viertel von dem mit, was du bzw. ihr 24/7 (durch)lebt. Und die Kritiker lieben dein Kind auch nicht so wie du. Sie haben nicht deinen Mutterinstinkt.

    Ich finde eure Einstellung genau richtig! Wenn das Kind merkt, dass es sich nicht frei bewegen kann, ohne das einer von euch unruhig wird und das schlimmste befürchtet, verunsichert das doch besonders das kleine Wesen.
    Bei euch kann es sich aber selbstbewusst entwickeln und spürt eher eure nötigenfalls unterstützende Präsenz.

    Ganz liebe Grüße! 🙂

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