Beltane – Maikönigin


Ihr Lieben, ich bin so überaus dankbar und freudig, den ersten Gastbeitrag auf diesem Blog zu präsentieren. Die große Ehre hat Karmindra von „The glowing Life„, die ich vor einiger Zeit gebeten habe, einen Beltane-Festartikel für euch zu schreiben. Wie ihr vielleicht wisst, began unser spiritueller Weg damals (so zwischen 1995 und 2000) im Hexentum, von dem wir uns aus hier her entwickelten. Nun, zwischendurch erinnert man sich an diese Zeit, und so kam es, dass Karmi die alten „Schattenbücher“ hervor holte, um sie sich einmal nach langer Zeit an zu sehen, und um ein wenig zu schwelgen. Ich dachte, es ist für uns und sie ein schöner Akt, diese Erinnerung zu feiern, in dem sie ein festartikel schreibt – der guten alten hexenzeiten wegen 🙂

Beltane

Beltane-Fest 2012 in irland mit Aine

„Seit ungefähr zwei Wochen explodiert um mich herum die Natur. Bedingt durch den milden Winter und die früh einsetzendes Frühjahrstemperaturen blüht bei uns im Garten momentan alles gleichzeitig. Während sonst nach uns nach das erste Grün sprießt und hier und dort schon eine Blüte zu sehen ist herrscht schon volle Farbenpracht. Da blühen Tulpen, Pfingstrosen, Obstbäume, Flieder, Forsytzie, Akelelei, Primel, Schlüsselblume, Waldmeister, Traubenhyazinthen und Glockenblume um die Wette. Alle Bäume stehen in vollem Grün, Blätter wiegen sich im Wind, das Gras schießt in einer solchen Geschwindigkeit das ich wöchentlich den Rasen mähen könnte und dem Gemüse im Hochbeet kann man quasi beim Wachsen zusehen. Ungeachtet des Walpurgisnachts Datums in der Nacht zum ersten Mai herrscht schon seit zwei Wochen spürbare Beltainezeit.
Zu Zeiten als das Beltainefest seinen Ursprung nahm waren die Menschen eng mit der sie umgebenden Natur verbunden. Leben und Tod hingen von Wetter und Nahrungsangebot ab. Beltaine bezeichnet den Übergang vom Winter- ins Sommerhalbjahr. Kälte, Dunkelheit und Nahrungsknappheit liegen hinter uns. Die Tage sind nun deutlich länger hell, es wird spürbar wärmer und um uns herum explodiert die Natur. Nach langen Monaten der Kargheit werden wir überschüttet mir Farben, Gerüchen und Geräuschen. Vögel nisten, die Paarungszeit vieler Tierarten beginnt, Menschen errichten Freudenfeuer und stellen Maibäume auf. Beltaine ist vor allem ein Fest der Fruchtbarkeit, der Sexualität, der Leidenschaft und Lust. In der Nacht zum 1. Mai oder wahlweise auch zum fünften Vollmond des Jahres feiern wir dieses heidnische Fest, die große Hochzeit, die Walpurgis- oder auch Hexennacht. Nicht nur auf dem sagenumwobenen Blocksberg im Harz wird getanzt. Aber wieso eigentlich?
Mythologisch gesehen ist zur Wintersonnenwende am 21.Dezember der Sonnengott geboren welcher nun zum reifen jungen Mann herangewachsen ist. Er will sich mit der großen Göttin – der Erdmutter vereinigen um die Erde zu befruchten. Die Göttin ist kein junges Mädchen mehr sondern eine geschlechtsreife Frau, sie sucht das Abenteuer und die Leidenschaft. Wir finden diesen Mythos in vielen Kulturkreisen, zum Beispiel im irischen dargestellt durch die Vereinigung des großen Dadga mit der Morrigan. Gott und Göttin vereinigen sich – das Land wird fruchtbar. Der Akt der „Heiligen Hochzeit“ findet sich auch außerhalb von Beltaine Riten wieder. In Irland war es lange Zeit brauch das der neue König sich mit dem Land – der Göttin Eiré vermählen musste um rechtsmäßiger Herrscher sein zu dürfen. Diese „Heilige Hochzeit“ fand in Tara einem bedeutenden Kultort, den Hügeln der Könige statt.
In den „Nebeln von Avalon“ lesen wir bezüglich des Beltaine Fests von der wilden Jagd. Der neue Hirschkönig welcher sich die Göttin in Gestalt einer ausgewählten jungen Priesterin für die Nacht zur Frau nehmen will muss den größten und stärksten Hirsch des Waldes erlegen.
In vielen Gegenden war es zu früheren Zeiten Brauch ein Feuer zu entzünden und über diese hinweg zu springen, Ehegelübte waren für diese eine Nacht aufgehoben, jeder durfte sich frei einen Sexualpartner wählen und mit diesem die Nacht auf dem Felde verbringen. Menschen hofften auf Fruchtbarkeit nicht nur in- sondern auch um sie herum.
Auch heute im Hier und Jetzt zelebrieren wir ausgelassen den Tanz in den Mai, junge Männer stecken den Frauen die sie umwerben einen Maibaum, in vielen Gemeinden werden große Maibäume aufgestellt, geschmückt und umtanzt. Der Maibaum ist ein Phallussymbol und symbolisiert die männliche Kraft der Fruchtbarkeit welche sich durch das Aufstellen in einem Erdloch mit der weiblichen empfangenden Erdkraft verbindet. Maiköniginnen werden gewählt und es wird ausgelassen getanzt und gefeiert.
Das Beltainefest eignet sich zum ausgelassenen feiern. Wir dürfen, aber wir müssen nicht nach potentiellen Liebhabern für eine Nacht Ausschau halten. Ebenso können wir diese Nacht dazu nutzen die Fruchtbarkeit des Landes und der Natur zu feiern. Für welche Projekte und Träume in meinem Leben wünsche ich mir Fruchtbarkeit? Paare können gemeinsam über einen Besen oder ein Beltainefeuer springen um ihre Vereinigung zu segnen oder um Fruchtbarkeit zu bitten. Handfastings können an diesem Tag geschlossen werden um für ein Jahr und einen Tag das Leben gemeinsam zu verbringen und sich im kommenden Jahr zu entschließen ob sie einen festen Bund eingehen wollen. Es ist eine wunderbare Zeit um sich mit sinnlichen, Leidenschaftlichen Göttinnen wie Freya oder Aphrodite zu verbinden. Oder wagst du es dich mit der dunklen Morrigan einzulassen welche für ihre Unabhängkeit, sexuelle Freiheit und Selbstbestimmtheit bekannt ist? Beltaine ist ein fest purer Lebensfreude. Feiere deine eigene Schönheit, Leidenschaft und Unabhängigkeit – kröne dich selbst zur Maikönigin!“

 – Karmindra, „The Glowing Life“ April 2014 –

Hast du auch Lust, etwas für mich zu schreiben? Schreib mir – ich würde mich sehr freuen, auch deinen Beitrag mit anderen zu teilen.
Und damit ihr heute abend auch schön tanzen und singen könnt, teile ich mein Lieblingslied von Lisa Thiel:

Wir sehen uns im Mai 😉

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5 Kommentare zu „Beltane – Maikönigin

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