GewICHtig

Bist du glücklich mit deinem Körper? Fühlst du dich zu dick? Passt du nicht in Größe 34? Oder hast du schon eine Diätenkarriere hinter dir? Dann ist dieser Beitrag für dich! Er ist DEIN ZEICHEN – auf das du schon gewartet hast!
Nach der Geburt meines Kindes, habe ich die 12 oder 15 Kilo, die ich durch den Zwerg mehr wog, zugenommen – das war dann kein Wasser-Plazenta-Kind-Gemscih mehr, sondern reines, frisches fett. Und ich fühlte mich genau so: Fett. Während die anderen Muttis um mich herum durch das Stillen und die Bewegung abnahmen, nahm ich zu… Miesepeterich durchforstete ich meinen Schrank, in der Hoffnung etwas nettes zum Ankleiden zu finden, was mir passte, aber ich fand nur meine alte Umstandskleidung.
Ich wollte meine Ernährung umstellen – vegan leben, grüne Smoothies trinken, Sport treiben und so weiter… es funktionierte nicht, die Kosten waren zu hoch, zu anstrengend, oder was auch immer. Ich tat es nicht. Ich verurteilte mich statt dessen innerlich, als Versagerin, faul, verfressen, unsportlich, undiszipliniert… das ganze Programm… kommt dir sicherlich bekannt vor, oder?
Jemand, dem ich sehr vertraue, sagte zu mir, ich würde dem Wort „Gewicht“ zu viel Kraft geben, und mich mehr auf mich selber konzentrieren… und da viel es mir auf: Ich gab dem Wort „ich“ in meinem Gewicht zu wenig Gewicht. (ähh, ein wenig krumm gedacht)

Ändere dein GewICHt

1. Welche Gedanken hegst du über dich und deinen Körper?
Werde dir darübr bewusst, wie du über dich und dein Gewicht denkst. Ich hatte es ja schon für mich oben beantwortet – und um ganz ehrlich zu sein, all die tollen Dinge, die ich in meinem Leben erreicht hatte, prallten daran ab, dass ich nicht in der Lage war, ab zu nehmen… das fand ich ziemlich bescheuert. Denn ich bin nicht mein Gewicht.. ich bin nicht von zahlen abhängig

2. Was sind deine Gründe „dünn“ zu sein?
Möchtest du abnehmen, weil du glaubst, dass du dann attraktiver bis? Oder damit du dir dieses und jenes Kleid kaufen kannst? Willst du für dich, oder die Gesellschaft abnehmen, oder weil du denkst, dass du dich dann endlich akzeptieren kannst?
Ich für mich wollte nicht für mich selber abnehmen – ich wollte abnehmen, weil ich glaubte, dass ich es sollte…

3. Was sind deine Kosten?
Mit Kosten meine ich die Anstrengungen und Veränderungen die du aufnehmen musst, um dein gewicht zu verändern…
Worauf müsstest du verzichten, welche Dinge verändern, wie viel mehr Sport in dein Leben lassen und welche Produkte von deinem Plan streichen?

4. Bist du bereit, sie zu zahlen?
Bist du bereit, diese Dinge um zu setzen?

Ich bin es nicht. Ich bin nicht bereit, auf Lebkuchen zu verzichten, oder nur noch Glutenfrei zu leben. Ich gehe gerne Spazieren, aber die Berge hoch und runter zu joggen, habe ich keine Lust drauf – es macht mir auch aus Erfahrung keinen Spaß (auch nicht, wenn ich es ein halbes Jahr getan habe) – ich möchte morgens keinen grünen Smoothie anstatt Brötchen essen und auch nicht auf meinen Kaffee verzichten und anstatt dessen einen Matcha trinken.
Außerdem würde sich für mich nichts an meiner Einstellung zu mir selber ändern, wenn ich abnehme – ich würde auch mit weniger Gewicht nicht besser über mich denken. Deswegen habe ich beschlossen nicht mein Gewicht zu verändern, sondern zu lernen, mich in meiner Haut wohl zu fühlen… und das auch schon Jetzt.
Es ist ok, Größe 44 zu tragen (oh, Frevel, ich gebe es zu!!!) – dafür liebe ich es, mir bei einem Hörbuch eine ganze Packung Lebkuchen zu verdrücken und bei Regenwetter drinnen zu bleiben. Das ist für mich ok, denn ich bin viel mehr, als mein Gewicht… und du auch!
Deswegen fordere ich dich auf, dir selber einen Liebesbrief zu schreiben, und dir darin zu sagen, was du an dir magst, was du kannst und was für gute Eigenschaften du hast. Und denk dran, abnehmen kann man jederzeit. Vielleicht passiert dies auch einfach so, wenn du dich annimmst – vielleicht aber auch erst später, wenn du DIE Sportart für dich entdeckt hast, oder anderweitig Feuer und Flamme fängst. Mir schmeckt im Frühling auch ein grüner Smoothie ^^
Aber es geht darum, dass du ok bist! Das du richtig bist und du nicht erst abnehmen musst, bist du es wirst.
Ich trage Größe 44 und das ist vollkommen richtig! Und du?

 

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19 Kommentare zu „GewICHtig

  1. Toll gesagt! Ich glaub, genauso geht es 90 % aller Frauen…wir können uns einfach nicht selbst annehmen. Zeit, das zu ändern 😉

  2. Solange du gesund bist und dich fit fühlst, ist Größe 44 wirklich in Ordnung. (Um mal ein Klischee zu brechen schreibe ich dazu: Ich habe diese Größe nicht, aber ich finde es absolut NICHT schlimm, wenn jemand mehr auf den Rippen hat als ich. Auch Frauen mit Größe 44 können attraktiv sein, nett sowieso. Der Druck kommt in meinen Augen, wie du selbst auch schreibst, vor allem von innen: „Ich denke, dass andere denken, dass ich zu dick bin“ – aber nicht alle anderen denken das, egal welche Größe jemand hat.) Bei konkreten Gesundheitsgefährdungen ist das natürlich etwas anderes, aber darum geht es hier ja nicht.

    (Was hat glutenfreie Ernährung mit Abnehmen zu tun? Den Zusammenhang verstehe ich um ehrlich zu sein nicht, kannst du das vielleicht kurz erklären? 🙂 )

    Obwohl vegan & co. momentan auch zum Abnehmen voll im Trend liegen, möchte ich außerdem loswerden: Das sind nicht die einzigen Möglichkeiten abzunehmen, WENN man es denn möchte. Man kann auch Lebkuchen essen, Kaffee trinken und und und – das muss kein Hindernis sein.

    In meinen Augen wird viel zu oft viel zu rigide mit dem Thema Essen umgegangen. Die Mehrheit der Bevölerung hat übrigens ein Verhältsnis zum Essen, das (psychisch) nicht gesund ist. Das muss keine voll ausgeprägte Essstörung sein, sondern bewegt sich oft im subklinischen Bereich.

    Darüber sollte sich jeder einmal Gedanken machen, finde ich… Egal welches Gewicht man persönlich hat oder wie man zum Essen steht. Essprobleme sind meiner Meinung nach eine Zivilisationskrankheit – deshalb ist es die Aufgabe der ganzen Gesellschaft, sich bewusst zu machen, was wir uns allen eigentlich täglich antun, wenn wir den Zirkus mitmachen.

    1. So einen ähnlichen Kommentar wollte ich jetzt auch schreiben, darum beschränke ich mich hier darauf, ein großes JA dazu zu geben.
      Es geht im übrigen nicht nur um Gewicht, sondern auch um den Gesundheitszustand des Körpers. Das hängt unmittelbar miteinander zusammen, und das sollte der Fokus sein! Wenn man sich gesund ernährt, ist es zweitrangig ob man Größe 36 oder 44 trägt. Es gibt auch schlanke Leute, die sich miserabel ernähren und dann später andere ernährungsbedingte Krankheiten bekommen. Aber um eine gesunde Ernährung kommt man nie herum und die Notwendigkeit sollte nie mit irgendwelchen Argumenten geleugnet werden. Man kann auch gesund schlemmen, es müssen nicht die Lebkuchen voller Zucker sein!
      Ich finde auch, dass Frauen mit mehr Gewicht wirklich sehr schön und attraktiv sein können, in einem gewissen Rahmen (ich selbst trage tatsächlich 34/36 (-;), das ist einfach eine Typfrage und jeder sollte sich so lieben, wie er/sie ist.

  3. Wahre Worte, so gut formuliert. Ich konnte das nicht in Worte fassen. Seit bald drei Jahren versuche ich umzugewICHten und gerade in der letzten Zeit kann ich meinen Körper wieder so annehmen wie er ist. Dein Post bestärkt mich auf diesem steinigen Weg und ich werde mich daran erinnern, wenn ich mal wieder in ein tiefes Loch falle.
    Dankeschön!

  4. Da hat jemand mit Attila einen Matcha-Tee getrunken…

    Ich habe 8 Monate vegan gelebt und ich habe damit aufgehört. Der Effekt des Abnehmens ist nicht ein Hauptziel der Veganer und es funktioniert auch nicht nur damit.

    Im beginnenden Herbst sollte man eh seine Abnehmziele einstellen und damit bis zum Frühling warten.

    Ich finde, du siehst das genau richtig. Ein wundervoller Post.

  5. Vielen Dank für diesen Beitrag. Ich versuche immer wieder das zu schaffen, was du jetzt tust. Ich habe leider 10 Kilo zu viel und ich möchte immer abnehmen, aber ich esse zu gerne (nicht nur ungesund, so ist es nicht) und ich mag nicht so viel Sport machen (gehe schon 2x die Woche zum Fitness und das ist schon zu viel). Ich möchte mich so wohl fühlen, wie ich bin! Genauso, wie du es schreibst. Ich werde deinem Rat folgen und mir selber einen Brief schreiben und diesen immer lesen, wenn ich mich zu dick, faul oder gefräßig fühle.
    Liebe Grüße,
    Biene 🙂

  6. Und einmal mehr: Danke!
    Du hast so recht mit dem, was du schreibst, das sollte ich mir auch viel mehr vor Augen halten. Gerade steht mein Leben etwas Kopf, und meine Einstellung zu mir selbst ist durch diese Umstände nicht besser geworden. Das leidige Gewichtsthema kommt noch dazu.
    Es ist toll, vor Augen gehalten zu bekommen, was man sich selbst viel zu selten klar macht.

  7. Ich mag hier hier noch mal einen ganz anderen Aspekt reinbringen, und zwar ist es schlicht und ergreifend so, dass es auch eine chronische Erkrankung gibt, die durch ua. durch weibliche Hormone ausgelöst wird, und zwar das Lipödem.
    Es kommt nicht bei jeder Frau vor, weil´s (leider) auch eine genetisch-vererbte „Geschichte“ ist, aber das wird dabei auch immer sehr gern vergessen und von den Ärzten leider auch nicht beachtet oder gar in Erwägung gezogen.
    Ich hab dazu mal vor zwei Jahren einen Artikel auf einem älteren Blog von mir einen Artikel geschrieben:
    http://siatsgedanken.wordpress.com/2012/10/02/mythos-jeder-dicke-ist-verfressen-und-bewegungsfaul/
    (Ich hoffe, es ist ok, wenn ich den verlinke, ansonsten einfach löschen 🙂 ).

    Was beim Thema „Gewichstzu- (oder auch ab-) nahme“ halt leider zu gerne vergessen wird ist, dass damit auch einfach Krankheiten, genetische Komponenten usw. usf. zusammenhängen können, und es nicht immer nur alles bloß am Essen und an zu wenig Bewegung liegt.
    Aber vermutlich spielen da leider auch viele der heute aktuellen, z.T. recht kruden, Ansichten eine Rolle.

    LG
    Siat

      1. Ja, das kann ich ihr nachfühlen.
        Ich hoffe, sie ist bei einer/m guten Arzt/in und bekommt entsprechende Behandlungen bzw. ist gut mit Kompressionsstrümpfen/-strumpfhosen versorgt.
        Das kann schon eine Menge ausmachen.
        Wenn frau´s schon nicht mehr los wird… So kann man zumindest ein wenig Linderung verschaffen.

        Ich dank Dir auf jedenfall für Dein Posting. 🙂
        Immer wieder ein sehr wichtiges Thema.

  8. Was ich festgestellt habe ist, wenn ich mir selbst und meinen eigenen Bedürfnissen mehr Bedeutung beimesse, um in Deinen Worten mehr GewICHt zu geben, dann tritt das Esse in den Hintergrund ich nehme automatisch ein wenig ab.

    Leider dauern diese Phasen nicht lange genug, denn ich neige dazu, mich selbst in den Bedürfnissen der ANDEREN zu verlieren, was gleichzeitig bedeutet, dass ich immer ganz viel Schokolade esse um das auszugleichen.

    Die Lösung habe ich noch nicht gefunden, wohl aber habe ich akzeptiert, dass ich auch keine Größe 34 mehr tragen werde. Und ehrlich gesagt, zu Größe 34 will ich auch nie wieder hin. Größe 40 dagegen würde ich schon ganz gerne wieder tragen können.

    lg
    Maria

    1. Einen Schritt bist du doch schon weiter gekommen: dir ist es bewusst!
      Was du da lernen kannst, ist dich lernen ab zu grenzen – das ist auch etwas; was ich lernen muss… ein gespür dafür bekommen, was meins ist, und was nicht. Und dann innerlich sich ab zu grenzen. Könnte das etwas für dich sein?

      1. Ja eh – ist halt nicht so einfach im Alltag, wenn die Anforderungen auf Dich hereinprasseln. Damit kämpfe ich nämlich gerade, weil ich einen Termindruck habe, schaffe ich es im Augenblick nicht mich zu entziehen.

        Sonst ist das einfacher.

        Danke!

        lg
        Maria

  9. Toller Post! Echt? Gibt es schon wieder Lebkuchen? 😉 Danke für diese tollen Einsichten – die ICH selten so denke oder auch nur sehe. Ich reduziere mich viel zu oft noch auf mein (Über)Gewicht. Und obwohl ich langsam anfange mich so zu akzeptieren, ist da noch dieser Gesundheitsfaktor der mich nicht loslässt und ganz laut schreit, dass ich dringed etwas ändern muss und so jegliche aufkeimende Akzeptanz wieder zerstört.

    Aber der Liebesbrief ist eine tolle Idee. Ganz für mich alleine. Privat. In mein altmodisches Tagebuch.

  10. Ich habe ganze neun Jahre lang mit Ausdauersport (Rennradfahren) versucht mein Gewicht nach der Schwangerschaft – also ich habe ein Mädchen bekommen – wieder zu reduzieren. Ich habe nämlich über 30 Kilo zugenommen bei der Schwangerschaft. Und das blieb über viele Jahre. Ernährungsumstellung bringt nix wenn der Körper keine Reize hat es zu verwerten. Ich bin ins Fitness-Studio gegangen. Das volle ehrliche Programm, jetzt 1,5 Jahre. Und es flutschten 10 Kilos. Der Körper braucht neue Reize. Beim Spazieren gehen nimmt man nicht ab. Abnehmen lag wie gesagt auch nicht in meinem ersten Ansinnen, aber es war jetzt der Nebeneffekt, ich bin total überrascht. Und ich mache weiter. Bin jetzt Sportbegeistert oder fast im Wahn, aber nun hab ichs begriffen. Ja. Ich mag meine Kleidergröße 46 oder 44. Aber es schlockert langsma…..

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