The Red Tent – komm ins Zelt

Red Tent2

Blutmond

Wie schade finde ich es, wenn Frauen abwertend über sich und ihren Körper reden, wenn sie bluten. Aber sie können nichts dazu, es wird ihnen ja auch eingebleut, dass sie zu dieser Zeit „unrein“ sind, dass es besonderer „Hygieneartikel“ bedarf, und sie im schlimmsten Fall auch noch schlecht riechen.

Dabei ist das gar nicht so!

Frisches Blut riecht fast gar nicht – aber wenn es an der Luft oxidiert und sich dort länger bei Körpertemperatur aufhält so wie es in Binden/Slipeinlagen der Fall ist, beginnt es zu riechen. Beim Wechsel meines Mooncups, komme ich immer mit meinem Blut in Berührung und es riecht fast gar nicht.

Es ist auch absolut nichts widernatürliches zu bluten – ich finde, es ist etwas, was man mit seinem Körper feiern sollte. Schließlich ist es ein Zeichen dafür, dass unser Körper in der Lage ist, neues Leben zu gebären. Wir haben als Frau quasi Exklusiv-Rechte an der Schöpfung – durch uns findet die Schöpfung neuen Ausdruck.

Ich kann mir vorstellen, dass viele unangenehme Schmerzen und Gefühle, die sich vor der Menstruation einstellen, von der eigenen negativen Einstellung her rühren. Dazu muss ich sagen – auch wenn ich diesen Zeitraum feiere, auf mich acht gebe und es willkommen heiße, so merke auch ich ein Ziehen im Unterbauch (nicht als Schmerz verbuchbar) – an dem Tag zuvor sehe ich aus, als wäre ich dem Tod von der Schippe gesprungen, und ich bin ganz zart besaitet – wehe man schaut mich auch nur zu feste an – da beginne ich schon zu weinen.

Nachtrag: Feri hat darauf aufmerksam gemacht, dass es (und da hat sie vollkommen recht) natürlich auch organische Ursachen für die Schmerzen gibt, und dass durch o.g. Formulierung sich diese Frauen vor den kopf gestoßen fühlen könnten, was ich verstehen kann – und nicht meine Absicht ist. Ergo schließe ich die Schmerzen organischen/pathologischen Ursprungs aus.

Ich empfinde es aber als natürlich. Zu dem Zeitpunkt bin ich ganz offen – für meine Gefühle und die der anderen… ich bin empfindsam und muss besonders auf mich acht geben – mir gut tun. Aber ist es nicht toll, so etwas zu wissen? Und sich dann ganz bewusst mit sich selber zusammen zu setzten? Ich fordere dich auf, dir Gedanken zu machen über deine Einstellung zu deinem Zyklus, deinem Körper und deinem Blut.

Am Freitag zeige ich dir, wie du dich selber feiern kannst.

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14 Kommentare zu „The Red Tent – komm ins Zelt

    1. Habe den Link eingefügt (hatte ich vergessen *hüstel*)
      Ein mooncup ist ein glockenförmiges Gefäß aus Kunststoff, dass wie ein tampon in die Scheide eingeführt wird, und dort das Blut auf fängt. Man kann es dann ganz einfach entfernen, reinigen und wieder benutzen. Ich liebe es, benutze es seit 4 Jahren, und würde nie wieder auf etwas anderes um steigen. Ich kann darüber gerne einen separaten Artikel drüber schreiben, wenn das erwünscht ist 🙂
      Ana

  1. Fuer viele ein heisses und – vor allem – ein Tabuthema!
    Daumen hoch fuer Deine Offenheit!!!
    Mach weiter so ❤

  2. Ein spannendes Thema, das Du da ansprichst. Ich habe vor Jahren einmal in einer Psychologiezeitschrift gelesen, dass wir Frauen von der Gesellschaft quasi „lernen“, einmal im Monat Schmerzen zu empfinden. Körperlich normal ist angeblich maximal ein leichtes Ziehen (immerhin tut sich da etwas). Wenn man hingegen in die Richtung konditioniert wird (durch Mütter, Freundinnen, Verwandte), dass es normal ist, zu leiden, erwartet man genau das und es stellt sich dann natürlich mit höherer Wahrscheinlichkeit ein.
    Ich weiß nicht, ob da wirklich etwas dran ist – interessant finde ich den Gedankengang aber dennoch.

    Lieben Gruß 🙂

    PS. Bei „widernatürlich“ ist Dir ein e zuviel hineingerutscht 🙂

    1. Hallo Marille 🙂
      Ich persönlich hab vor vielen Jahren selbst einmal die Erfahrung machen dürfen wie viel wahres an dieser Theorie dran zu sein scheint. Ich hatte als junges Mädchen immer starke Schmerzen und Krämpfe an den ersten Tagen meiner Blutung und erlebte das alles als sehr unangenehm. Als junge Frau las ich dann irgendwann einige Bücher über die spirituelle und schöne Seite der Menstruation (z.B. Drachenzeit, roter Mond, das Schwarzmondtabu, weise Wunde Menstruation etc.). Ich lernte meine Blutung als eine ganz wunderbare, kraftvolle und schöne Zeit an zu erkennen und siehe da: Tatsächlich verschwanden all meine Krämpfe und Schmerzen vollkommen. Wo ich vorher zu Medikamenten greifen musste bekam ich plötzlich nichteinmal mehr mit wenn ich blutete, wurde davon mehrfach regelrecht überrascht. Das hat mich damals tief beeindruckt.

      Liebe Grüße
      Karmi

      1. Ich danke Dir, da werde ich mich bei Gelegenheit schlau machen!
        Liebe Grüße zurück 🙂

  3. Bei mir wird erst gefeiert, wenn ich in die Wechseljahre komme.
    Es gibt ne Menge Frauen die dabei WIRKLICH Schmerzen und Probleme haben, und für die ist es ein Schlag ins Gesicht wenn dann irgendwer ohne Probleme daher kommt und erzählt das käme daher dass frau ihr Frausein nicht richtig annehme, das nur eingeredet bekam, ihren Körper nicht richtig feiere/wertschätze etc..

    Mag sein dass das bei einigen der Fall ist, Fakt ist aber dass es bei denen, die wirklich starke Probleme haben, meist körperliche Ursachen hat. Und dass genau das eben auch gesellschaftlich nicht akzeptiert wird, weil den Frauen dann erzählt wird das sei Einbildung, man solle nicht so empfindlich sein etc., denn ne Menstruation haben ja alle Frauen und die anderen stellen sich auch nicht so an… Drum gehen viele nicht zum Arzt und leiden still (oder schreiend, je nachdem) vor sich hin und sehen es womöglich noch als ihre Schuld an, weil sie diese Probleme ja anscheinend aufgrund ihres angeblich gestörten Verhältnisses zu ihrem Uterus selbst erzeugt haben…

    Ich für meinen Teil bin froh, dass ich inzwischen ein funktionierendes Schmerzmittel gefunden habe (nach langer Suche und vielen Tagen wo ich mich übergebend, zitternd, frierend und dabei schwitzend im Bett oder neben der Toilette auf dem Boden kauerte). Und dass ich menstruiere bedeutet übrigens in keinster Weise, dass ich fähig wäre schwanger zu werden. Dazu brauchts dann doch andere Dinge als dass meine Gebährmutter alle paar Wochen anfängt ihre Haut abzustoßen…

    1. Ich kann das verstehen, dass du dich sda vor den Kopf gestoßen fühlst – und habe es im beitrag erwähnt, bzw. diese Ursachen aus geschlossen. Allerdings ist die Monatsblutung für mich schon ein zeichen der Fruchtbarkeit – dein Körper hat die fähigkeit schwanger zu werden. Dass es dazu noch andere Dinge braucht ist verständlich und war nicht Inhalt des beitrages. Es ging lediglich um die allgemeine Fähigkeit des körpers. Natürlich gibt es, bedauerlicherweise, auch einige Frauen, die trotz bester Voraussetzungen und „Zutaten“ nicht schwanger werden können – für mich ist es nun mal mehr als einfach nur „die Haut abstoßen“.
      Aber ich respektiere deine Meinung und deine Ansicht

      1. Um das schwanger werden gehts mir ja nicht primär (finds nur irgendwie lustig dass das ausstoßen von Schleimhaut und Eizelle von so vielen als symbol für Furchtbarkeit gesehen wird – das ist für mich viel eher die Eisprungzeit 😉 ).

        Nur um das weitere Verbreiten des „Liebe deinen Körper, dann sind die Schmerzen weg“. Aber danke, dass du das noch hinzugefügt hast =)

  4. Liebe Wölfin
    Deine Einstellung gefällt mir :). Ich erachte den weiblichen Zyklus als etwas sehr natürliches und an etwas, dass mich immer wieder mit dem grossen Ganzen verbindet. Wir sind alle bestimmten Zyklen unterworfen und daran werde ich monatlich daran erinnert…

  5. Danke dir für diesen Text. Ein schwieriges Thema, noch immer. Erstaunlicherweise. Dabei kennen wir doch sonst kaum Tabus. 😛

    Ich würde mir wünschen, dass die Periode ganz unideologisch einfach nur als etwas Natürliches betrachtet wird und als etwas, mit dem jede Frau anders umgeht, weil es jede anders empfindet. Mal geht es mir gut damit und ich fühle mich, als könnte ich (kleine) Bäume ausreißen, mal bin ich ein wandelndes Hormonmonster mit Watte im Kopf, einer furchtbaren Laune und dem Wunsch nach einer Schmerztablette. Aber dieses allmonatliche Schauspiel, immer so tun zu müssen, als wäre man die gut gelaunte Heldin aus der Tamponwerbung, weil man sonst als ein wehleidiges Etwas wahrgenommen wird, das nervt.

    Ich ziehe mich an diesen Tagen gerne ein wenig zurück und lasse es ruhiger angehen. Und ich bin froh, dass ich mir diesen Luxus leisten kann und ich tue alles dafür, ihn zu bekommen. 🙂

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