Konsumfreier März – Rückblick

Ähnlich wie bei einer Diät, bei der man keine Schokolade essen darf, hat man ständig Heißhunger nach dem Verbotenem, so hatte ich in den ersten Wochen ordentlich Heißhunger auf Konsum.

Plötzlich gab es hunderttausend Dinge, die ich gerne haben wollte – nein – die ich haben musste! Z.B. erklärte mir mein Kopf, dass ich doch dringend ein paar neue Kleidungsstücke kaufen müsste, oder dieses oder jenes Buch, Dekokram oder Hobbymaterialien. War das sonst auch so? Und habe ich es sonst nur nicht bemerkt?

In der ersten Woche kaufte ich mir noch unterwegs etwas zu essen – bis dahin war mir gar nicht aufgefallen, wie teuer es ist, unterwegs zu essen… ein belegtes Brötchen und ein Kaffee für knapp fünf Euro… davon könnte man fast einen ganzen Tag satt werden – vom vermeidbaren Müll mal ganz ab gesehen…

In der nächsten Woche hatte ich dann Verpflegung dabei… ich wollte nicht so viel Geld für so wenig (Essen) ausgeben.

Und all die Dinge, die ich unbedingt haben muss… brauche ich die wirklich? Für das Geld? Ist es das wert?

Ich machte mir also nicht nur Gedanken über mein Konsumverhalten, sondern auch um den Wert des Geldes. Wäre es das Geld wirklich wert? Könnte ich es nicht besser investieren? Was brauche ich wirklich? Und was will ich unterstützen?

Ehe ich mich versah, war da plötzlich ein ganzer Rattenschwanz, der da an so einem kleinen konsumfreien Monat dran hängt. Es fällt mir nicht leicht, mir selber ein zu gestehen, dass ich Dinge kaufe, um eine leere in mir zu füllen. Dass ich mich ablenke, von den Dingen, die mir wirklich wichtig sind. Ich merke, wie eine kleine Zwiebelschale von mir abblättert, und zwei neue zum Vorschein kommen…

Was brauche ich eigentlich wirklich? Welche Bedürfnisse habe ich? Wen unterstütze ich, wenn ich mein Geld für x aus gebe? Was liegt da hinter?

Nach zwei Wochen war es dann plötzlich ganz leicht, nichts mehr zu konsumieren… ich fragte mich sogar beim Einkaufen von Lebensmitteln, ob ich dies oder jenes brauche, und ging dann lieber einmal mehr los, um etwas zu besorgen. So kam es, dass ich natürlich viel weniger Geld ausgegeben habe, und das hat mir gefallen. Aber auch, dass ich begonnen habe, anders mich und mein Kaufverhalten nach zu denken – und es wird sicherlich in den kommenden Monaten nach schwingen (und fort geführt werden)

Und nein, ich werde nicht am 1.4. etwas kaufen *lach* Aber ich kann jedem empfehlen mal ein Monat zu verzichten – man stellt fest, dass man alles, was notwendig ist, bereits hat. Das ist großartig!

Danke

 

 

Advertisements

7 Kommentare zu „Konsumfreier März – Rückblick

  1. Schön geschrieben, … ich kann das gut nachvollziehen. Seitdem ich quasi nur noch die Verdienende bin und mein Mann einkaufen geht (alles), bin ich sehr selten nur noch in diversen Geschäften und wenn doch, dann überfordert mich das Überangebot doch recht schnell. In manchen Läden kann ich gut verweilen und hänge meinen Wünschen und Ideen nach (Baumarkt, Bastelladen) aber so im Großen und Ganzen frage ich mich mittlerweile auch beim Einkaufen, ob die 300ste Teepackung sein muss, oder nicht, …
    Schön, dass du durchgehalten hast und du die Erfahrung mit diesen Gedanken machen konntest.

    Hab einen tollen Tag, liebe Ana

  2. Hallo Ana!

    Mit großem Interesse habe ich Deine Beitrag gelesen und finde es ganz super, dass Dein Vorsatz so einen großen Nachdenkprozess ausgelöst hat.

    Ich habe das seinerzeit ganz ähnlich erlebt und es hat mein Leben sehr positiv beeinflusst.

    Mittlerweile hält meine Konsumruhe schon 1 1/2 Jahre an und es gibt für mich auch keinen Anlass das zu verändern.

    lg
    Maria

  3. Schön geschrieben und stößt mal wieder den Gedanken an, evtl. auch einen konsumarmen Monat einzulegen. Immerhin kommt jetzt wieder die warme Jahreszeit und damit wächst auch wieder die Energie für die Hausdiät. 😉

  4. Hallo Ana,

    deine Erfahrungen kann ich gut nachvollziehen. Als ich (lange nachdem wir angefangen haben uns mit Minimalismus und Konsumverzicht zu beschäftigen) ganz bewusst einen Monat aufs Neukaufen verzichten wollte, sind mir prompt zwei T-Shirts kaputt gegangen. Seit dem „verbiete“ ich mir das Kaufen nicht, frage mich aber immer bewusst, ob ich das Dinge wirklich brauche oder damit nur ein anderes Bedürfnis befriedige. Außerdem ist es mir wichtig, wann immer es geht, solche Firmen zu unterstützen, deren Werte/Produktionsbedingungen/Bemühungen für Nachhaltigkeit ich gut heiße.

    Unabhängig davon – da schließe ich mich Maria an – finde ich es immer erstaunlich, wie sehr wir unsere Wahrnehmung durch solche Projekte/Challenges innerhalb von einem Monat verändern können.

    Liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

  5. Ich „verzichte“ nun auch schon eine ganze Weile darauf, Dinge neu zu kaufen. Wenn, dann schaue ich das ich sie gebraucht bekomme. Zu Beginn fiel es mir schwer, vor allem bei dekorativer Kosmetik und Schmuck. Aber dann hat es „Klick“ gemacht und momentan wird aussortiert was das Zeug hält. Die Konsumruhe, wie ich es gerne nenne, werde ich weiterhin verfolgen.

    Sonnige Grüße, Anna

  6. Toller Artikel! Ich kenne das relativ gut, auch wenn ich keinen Monat bewusst nicht konsumiere. Bei mir ist das mehr so wellenförmig. Entweder die totale Verweigerung oder den Kaufrausch, das gesunde Mittelmass arbeite ich gerade so raus, indem ich meine Käufe immer wieder hinterfrage. Sowohl, ob es die Produkte wert sind, als auch, warum ich es genau gekauft habe und ob ich es wirklich brauche.
    In ein paar Bereichen verweigere ich mich schon seit Jahren, in anderen schaffe ich es bisher einfach noch nicht.
    Danke daher für diese Inspiration!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s