Warum Neid hilfreich ist

Schlange

Es gibt da eine Freundin, die lebt in einem Haus mit Garten – ich beneide sie darum… Dann gibt es eine Freundin, die lebt ein selbst bestimmtes Leben in Irland – und ich beneide sie darum. Dann gibt es da diese Bloggerin, die wunderbare Ideen für Blogbeiträge hat – und ich beneide sie für ihre Kreativität, genau so wie die Künstlerin, die so schöne Bilder malt…

Als Kind habe ich gelernt, dass Neid etwas schlechtes ist – etwas, was ein „guter“ Mensch nicht hat. Denn Neider sind negativ – sie neiden einem etwas und gönnen es nicht, im schlimmsten Falle versuchen sie, das Glück zu zerstören

ABER

Neid ist nur ein Gefühl – es ist neutral, weder gut noch schlecht. das was du daraus machst, ist, genau wie bei jedem anderen Gefühl, das ausschlaggebende.

Neid kann mir nämlich meine Wünsche und Träume zeigen. Ja, ich hätte gerne ein kleines Häuschen, mit Garten, in dem ich ein selbst bestimmtes Leben führen kann – ich möchte gerne ultra-kreativ sein und meinem inneren Schöpfer frönen, in dem ich Dinge erschaffe.

Neid zeigt aber nicht nur auf, was wir uns (vielleicht auch unbewusst) wünschen, sondern auch, welche Möglichkeiten wir haben und vielleicht (noch) nicht ergriffen haben. Da war jemand so mutig und ist auf Weltreise gegangen nach der Schulzeit – ich hätte das auch gerne getan, war aber zu feige, und nun bin ich neidisch auf diese Erfahrung… nun, ich hätte die Möglichkeit, dies nach zu holen.

Schreibe dir heute auf, auf was du bei wem neidisch bist. Und achte in der kommenden Zeit einmal darauf, wo dein „Neid-Barometer“ angeht. Das kann dir zeigen, was du alles für Möglichkeiten in deinem Leben hast.

Was kannst du heute tun, um einen Schritt näher zu deinem Wunsch zu kommen? Oder, was hält dich ab?

Ich würde mich freuen, wenn du dich traust, in den Kommentaren einen (oder mehrere) Neid-Wünsche zu teilen.

 

 

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11 Kommentare zu „Warum Neid hilfreich ist

  1. Das ist eine interessante Sichtweise, so habe ich das noch gar nicht gesehen. Ich habe auch immer sofort ein schlechtes Gewissen, wenn ich Neid empfinde.

    Ich beneide Menschen mit viel Energie, die pausenlos Dinge unternehmen und erleben und einfach irgendwie zu wissen scheinen, was sie wollen. Das ist bei mir anders. Wenn ich dieses Neid-Gefühl jedoch in Zukunft mehr beobachte, anstatt es gleich unterdrücken zu wollen, vielleicht zeigt sich mir dann auch, was ich im Leben möchte und wo ich hingehöre.

    Danke für den Denkanstoß!

    1. Wenn ich das dir mal spiegeln darf: Du möchtest viel erleben und auch die Energie dazu haben.
      Schreibe dir doch alles einfach auf, was du gerne erleben möchtest (du musst es ja nicht heute tun) – ich habe ja auch immer eine 100-Dinge liste (und eine, in der ich Inspirationen sammel)
      Und ich kann dir sagen, wo du hin gehörst ^^
      Genau da hin, wo du gerade bist – da bist du richtig.
      Komme bei dir selber an, und du wirst fest stellen, dass du nirgendwo hin musst *kuss*
      Deine Ana

  2. Der erste Neid-Faktor ist natürlich die klassische Geld-Frage. Wenn jemand ohne groß darüber nachzudenken, einfach mal so eine Weltreise oder Kreuzfahrt buchen kann – ich kann mir noch nicht mal ein Wochenendtrip nach Hamburg, Wien oder London erlauben. Was mich dabei aber anspornt, jeden Monat etwas in meine Sparbüchse zu tun um mir mal eine kleine Traumreise erfüllen zu können.
    Numero Zwei: Ich beneide meine sehr liebe und sympathische Kollegin, die jeden Tag aufs Neue mit stylisch-schönen Klamotten ankommt und auch in Weiß angezogen sein kann und am Abend auch noch blitzsauber aussieht – bei mir entstehen im Laufe des Tages immer irgendwo Fleckchen :-O

  3. Hallo Ana!

    Ich habe immer gefunden, dass Neid ein Wort mit 2 Gesichtern ist und es bloß im Deutschen keinen guten Ausdruck gibt um das zu unterscheiden.

    Es gibt Neid, im Sinne von „ich gönne das dem anderen nicht“ und das ist der Neid, der eigentlich mit der Todsünde gemeint ist und der als schlecht angesehen wird.

    Aber meiner Meinung nach gibt es auch das Wort Neid im Sinne von „das möchte ich auch gerne haben“ und das sehe ich ganz genau so wie Du. Es zeigt mir, was mir wichtig ist und wonach es sich lohnt auch zu streben.

    lg
    Maria

  4. Ich beneide Leute, die besser Yoga machen als ich. Eine bessere Intuition haben. Die „gehört“ werden / andere inspirieren / zu denen aufgeschaut wird. Die sich mehr Wissen angeeignet haben.

    Was mich davon abhält, ist einfach, dass ich andere Prioritäten habe. Meine Prioritäten sind zur Zeit mehr vorausschauend und auf meine Sicherheit in der Zukunft spezifiziert. Meiner Meinung nach ist das nicht Schlechtes. Die, auf die ich neidisch bin, sind also meistens entweder schon älter, womit sie sich „leisten“ können sich auf sich selbst zu konzentrieren, oder sie werden es vllt in der Zukunft dann nicht so leicht haben wie ich. Deswegen nehme ich mir die Wünsche und Träume einfach noch ein Stückchen in die Zukunft mit. Ich habe noch genug Zeit, um mich später entwickeln zu können. 😉

  5. Die Grund-Idee stimmt, aber Neid ist häufig noch mit so einer negativen, gehässigen Stimme im Hinterkopf belegt … zumindest bei mir. Ich bewundere Leute, die das tun/haben, was ich mir wünsche. Das passt mir besser als Neid. Mit der Galle hab ich es doch sowieso schon. ^^

    1. Wenn bei mir dieses „Stimmchen“ im Kopf etwas gehässiges zischt, dann segne ich ganz bewusst diese Menschen und bin ganz bewusst dankbar, das sie mir zeigen, was ich auch möchte.
      Ich kenn dieses Stimmchen ^^

  6. Ich bin neidisch auf Menschen, Paare, Mütter, die Kinder haben, und den Alltag mit ihnen einigermaßen entspannt leben und für sie da sein können, ohne sich selbst deshalb aufzugeben.

    Bisher dachte ich immer, eine Familie – das kriege ich nie hin. Weil ich noch gar nicht den richtigen Partner dafür getroffen habe – obwohl ich doch schon Mitte 30 bin ! Weil die finanzielle Absicherung fehlt. Weil ich zuviel Zeit für Rückzug brauche und mir nicht vorstellen kann, pausenlos zu geben, Jahre, Jahrzehnte lang. (Obwohl da jemand in mir flüstert, dass einem Kinder unendlich viel zurückgeben, Energie nicht nur nehmen, sondern auch spenden.) Weil ich gerne die Wahl habe – und Kinder kann man, wenn man sie hat, nun mal nicht ab-wählen und verlassen wie einen Job, eine Wohnung, Freunde oder Geliebte, die nicht mehr passen.
    Ich möchte Mutter, und zwar eine wunderbare Mutter sein ! sagt mein Herz. Das kriege ich nie hin. Dafür müsste ich viel zu viel meiner Freiheit und Unabhängigkeit opfern, sagt mein Kopf.

    Nun habe ich bei meiner Zusammenkunft am Meer am letzten Wochenende ein tolles Paar erleben dürfen, das seine 10 Monate alte Tochter dabei hatte (und das trotz freiem Campen am Strand und obwohl sie gleichzeitig die Seminarleitung inne hatten!) Die Gelassenheit der beiden schien sich jedoch auf das Baby zu übertragen. Auf soviel entspanntes Familienglück war ich neidisch !
    So war ich auch neidisch, als du neulich in deinem Glückstagebuch erzähltest, wie dein Zwerg zum ersten Mal ganz überraschend „Ich liebe dich auch!“ zu dir sagte. Das verkörpert für mich die innige, besondere Beziehung, die nur Eltern und Kinder miteinander haben können. Das möchte ich auch. Aber ich weiß nicht wie. Ich traue es mir nicht zu. Hoffentlich nur „noch nicht“.

  7. Manchmal bin ich mir selber neidisch. Warum? Weil ich wohl verschiedene Situationen Leben besser anders entschieden hätte, mehr auf meine innere Stimme hätte hören sollen, dann wäre vieles besser gelaufen. Somit wäre mir viel Kummer und Sorgen erspart geblieben. Daher beneide ich Menschen, die die Fähigkeit und Mut haben, in bestimmten Situationen richtig und selbstimmend, selbstbewusst die Manipulation anderer abwehrend, seinen Weg zu gehen. Danke für das überraschende Thema und so viele ehrliche Kommentare, die man lesen darf!!!

  8. Hallo Ana,

    den Worten von Maria kann ich mich vollkommen anschließen. Neid hat auch für mich 2 Gesichter.

    Zumeist bin ich auf niemanden neidisch, ich versuche nach der Devise zu leben: Leben und leben lassen. Wenn ich anderen etwas gönne, kommt das Glück auch oft zu mir.

    Auch habe ich oft festgestellt, dass einige Menschen etwas besser können oder besser leben, dafür aber andere Defizite haben. Es findet immer ein gewisser Ausgleich statt.

    Lieben Gruß
    Tina

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