Über die Angst, keine gute Mutter zu sein

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Der Zwerg hat einen starken inneren Willen und will ihn gerne auch umsetzten. Das finde ich auf der einen Seite sehr gut, auf der anderen Seite aber, kommt es somit häufiger zu Auseinandersetzungen, weil gewisse Dinge dann einfach nicht machbar sind. Ich bin leider keine Heilige – und reagiere leider nicht immer so, wie ich es mir wünsche, oder wie ich im Optimalfall gerne möchte.

Leider weiß ich, dass ich eine sehr wichtige Person in dem Leben meines Sohnes spiele, eine wichtige Schlüsselfigur, anhand dessen er sich orientiert, nicht nur bei den Aufgaben des Alltäglichen Lebens, sondern auch in emotionalen Bereichen. Was er hier zu Hause erhält, wird ihn für sein Leben prägen und beeinflussen.

Und da können schon nicht ernstgemeinte Sätze oder in der Wut daher gesagtes, einiges anrichten… Z.B. könnte er das Gefühl bekommen, es nicht wert zu sein, geliebt zu werden, wenn ich in bestimmten Situationen nicht richtig handel…

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie stark solche Glaubenssätze sind, und wie schwer es ist, sie wahr zu nehmen und dann zu verändern. Ich möchte aber nur das Beste für mein Kind… das ist der Grund, weshalb ich dann große Sorgen/Ängste habe, es nicht gut zu machen…

Damit bin ich sicherlich nicht alleine – und solche Ängste sind auf der einen Seite zwar gut, weil man sich selber hinterfragt und reflektiert, aber auf der anderen Seite, beeinträchtigen sie meine Entscheidungen… Ich laufe Gefahr, mir selber einen neunen Glaubenssatz zu erschaffen, nämlich: „Ich bin keine gute Mutter“ – und dann würde ich im schlimmsten Falle, diese Realität erschaffen.

Wenn es dir auch so geht, möchte ich dich dazu motivieren, etwas in deinem Denken zu verändern. Stelle dir vor, wie du die Beziehung zu deinem Kind gerne haben möchtest, und stelle dir dann dich selber vor, wie du eine gute Mutter bist.

Es geht hierbei nicht um Perfektionismus, der gar nicht funktionieren kann, weil das Leben nunmal aus Dualitäten besteht – wir können nicht immer nur gut oder immer nur schlecht sein – wir haben beides inne. Die Frage ist lediglich, was wiegt für dich schwerer? Was bekommt somit mehr Gewicht?

Wenn also ein Tag hinter dir liegt, der schrecklich war, dann kannst du dir selber vergeben. Du bist schon jetzt eine gute Mutter. Außerdem: perfekte Mütter haben und machen keinen Spass, sie springen nicht mit in Pfützen und schaukeln nicht mit. Sie spritzen nicht mit Wasserpistolen oder erlauben unterm Tisch Plätzchen zu essen… gute Mütter haben Spass – und machen halt auch Fehler.

Und das ist in Ordnung, weil wir lieben… wir lieben unsere Kinder, und das ist das Wichtige. Wir sind authentisch, während wir sie lieben. (und das ist es, worauf es ankommt).

Kennst du solche Ängste? Wie gehst du damit um?

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5 Kommentare zu „Über die Angst, keine gute Mutter zu sein

  1. Bei dem lesen Deiner Worte bekam ich einen kleinen Kloß im Hals.
    Ich bin momentan aber extrem dicht am Wasser gebaut…
    Ich bin noch gar keine Mutter und hab jetzt schon Angst keine gute sein zu können…
    Und das hält mich unter anderem davon ab überhaupt eine zu werden.
    Danke für Deine Worte.
    Liebe Grüße
    Uta

  2. Lieber Wölfin,

    seit zehn Jahren erziehe ich allein. Meine vier Kinder sind zwischen 5 und 25 Jahren alt.
    Sicher gab es hin und wieder Phasen in den ich Angst hatte, keine gute Mutter zu sein.
    Vor allem bei der Jüngsten, die eine extrem starken Willen hat.
    Es gibt Situation da fahre ich aus der Haut, schreie, beschuldige zu Unrecht und ja, mir ist
    auch schon die Hand ausgerutscht und auf dem Po gelandet.
    Jeder in dieser Familie hat seine Strategie damit umzugehen. Mit meinem „Fehlverhalten“.
    Die Kleine z.B. kann mittlerweile gut differenzieren, ob es um sie oder einen Bruder oder eine
    Schwester geht. Warum ? Weil ich in solchen Moment ihr von Anfang an gesagt habe – du bist
    nicht gemeint, ich bin sauer auf … –
    Nach so einem „Geschrei“ , dann wenn ich wieder runter gekommen bin, lasse ich mir mein Verhalten, meine Worte durch den Kopf gehen und ich habe kein Problem zum Betroffenen zu
    gehen und zu sagen: Mein Verhalten war nicht ok , der Ton auch nicht, aber der Inhalt meiner
    Worte ist genau so gemeint wie ich es sage. Oder ich sag einfach „Entschuldigung“.

    Das habe ich von Anfang an so gehalten.

    Dann vor einem Jahr sagte meine Tochter ( 18) zu mir:
    “ Weißt Du was ich mir wünsche ? Das meine Kinder später mal so stolz auf ihre Mutter sind,
    wie ich auf dich . Du bist sicher keine einfache Mutter, aber ich bin auch nicht einfach. Ohne
    dich wären wir nicht alltagstauglich “

    Jetzt frage ich Dich Wölfin …Was will ich mehr ?

    Liebe Grüße
    die Sammlern

  3. Same here … besonders in Bezug auf Sohnemann geht es mir da ganz genauso, die Mädels scheinen da unkomplizierter zu sein. Meine Gedanken zu Sohnemann hatte ich in dieser Woche auch schon niedergeschrieben.

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