Avalon-Pilgerreise: Glastonbury Tor

GlastoTor

Der grüne Hügel mit dem prächtigen Tor ist wohl das bekannteste Symbol für Glastonbury, und wird häufig mit Avalon, der Apfelinsel gleichgesetzt. Es soll ein Ort sein, an dem die Schleier der Welten besonders dünn sind, an dem die Winde einen durch pusten können und man das Land der Göttin überblicken kann. Die Landschaft um das Tor herum (Somerset) war früher meist überschwemmt und nur im Sommer begehbar – der Name Somerset leitet sich also vom Namen „Summer settlement“ (Sommersiedlung) ab. (Quelle)

Der Tor (=Hügel/Berg)

Es wird gesagt, dass sich unterhalb des Tors ein Höhlensystem befindet, aus dem z.B. auch The White Spring entspringt. Dieses Höhlensystem sei die Unterwelt und Heimat des Feenkönigs. Viele glauben auch heute noch daran, dass das Feenvolk in diesem Hügel, bzw. in dem Tor, leben würde, nur habe sie die Dimension (in die Anderswelt) gewechselt.

Der Hügel selber ist nicht eben, sondern „terrassiert“ – besonders auf der nördlichen Seite. Es ist nicht klar, ob diese Terrassen von der Beweidung der Schafe her kommt, oder ob es sich um eine Art Labyrinth handelt, denn sie legen sich, wie eine Spirale, sieben Mal um den Hügel und das Tor, welches die Mitte darstellt. (Hier sind einige Bilder zu der Theorie zu sehen)

Die Ruine

Oben auf dem Berg steht ein großer Turm – es ist eine Ruine eines Klosters, das „st. Michale´s“ hieß. Während der englischen Reformation (um 1540) wurden diverse Klöster in ganz Britannien geschlossen, und ihr Besitz ging an die Krone. Die Originalkirche, die aus Holz auf dem Tor stand, wurde im 12. Jahrhundert von einem Erdbeben zerstört. Der Turm ist mittlerweile mehrfach restauriert worden, es gibt einige Theorien, dass früher, vor der Christianisierung, dort ein Steinkreis stand. Es könnte aber auch ein „normaler“ Kultort gewesen sein, wo man z.b. astrologische Ereignisse gefeiert hat.

The Otherworld

Der Name Avalon

Im keltischen hieß der Hügel selber „Ynis Witrin“, was so viel heißt, wie Glasinsel (Quelle:Wikipedia) – da die Gegend meist überflutet war, wirkte der Hügel selber wie eine Insel, der sich aus dem Wasser erhob. Wie oben schon erwähnt, soll es der Sitz des Feenvolkes gewesen sein – diese Anderswelt nannte man „Annwen“ – was zum Namen Avalon geführt haben könnte. (Quelle und mehr Infos hier)

Für mich macht damit das Bild von einer Insel im See sehr viel mehr Sinn – und gerade in den Jahreszeiten, wo das Land überflutet war, hingen sehr wahrscheinlich schwere Wolken über dem Wasser, so dass man an den meisten Tagen den Hügel kaum, oder gar nicht zu sehen bekam.

Es gibt noch zwei weitere Möglichkeiten woher der Name stammt. Zum einen könnte der Namensgeber der Unterwelts-Gott und Feenkönig „Avalloc“ bzw. Avalloch (Sohn der Anu) gewesen sein, da Avalon ja auch ein Ort ist, an den die Verstorbenen gehen. Es gibt aber auch noch die Ableitung von dem Ernetgott: „Abellio“.

Das kymrische Wort für Apfel heißt „abal“ oder „aval“ (Quelle) –  und führt zu der Insel der Glückseligkeit – der Apfelinsel

„Ynis Avallach“

Apfel-Garten

Heute gibt es an einer Seite des Tors (wenn man den Hügel hinauf fährt, und sich von hinten nähert, links) einen Apfelgarten, der sich „Avalon Orchard“ nennt. Dort kann man sitzen, und sich mit dem Geist von Avalon verbinden, und im Herbst bei der Apfelernte helfen.

AvalonOrchard

Meine Erfahrung:

Als ich zum ersten Mal den Tor besuchte, war ich gespannt wie ein Flitzebogen. Schließlich würde ich endlich Avalon sehen. meine Erwartungen waren riesig und ich war so enttäuscht, als ich oben ankam, weil sie einfach zu groß waren.. was hatte ich erwartet? Kontakt mit dem Feenvolk auf zu nehmen? (Ich gebe zu, dass dies der Fall war). Bei diesem Besuch war ich also ernüchtert – und konnte mich so, viel besser auf die Stimmung einlassen. Der Wind pustete mich durch und hinterließ einen wundervollen freien Kopf. Ich fühlte einfach nur und war erfüllt, von der Athmosphäre dort oben. Diesmal waren wir morgens dort, das erste Mal am Abend. gerne würde ich mehr Erfahrungen mit diesem Ort machen, denn er fühlt sich zu komplex an, als dass man ihn in kurzer Zeit erfassen könnte.

Welche Theorie zu Avalon ist für dich schlüssig? Glaubst du überhaupt an „Avalon“? Und wie stellst du es dir vor? Hast du Bezug dazu?

 

 

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5 Kommentare zu „Avalon-Pilgerreise: Glastonbury Tor

  1. Freitag morgens und was gibt es da Schöneres, als deinen Bericht zu lesen! Seit ich vor vielen vielen Jahren „Die Nebel von Avalon“ gelesen und später den Film gesehen habe, habe ich einen sehr großen Bezug zu Avalon und den Wunsch eines Tages ebenfalls dorthin zu pilgern. Ja, ich glaube an die Mythen von Avalon und liebe sie. Meine Söhne sind mit Geschichten aus Avalon aufgewachsen, einfach dadurch, dass ich sie ihnen oft erzählt habe und besonders gern über Avalon erzähle, wenn ich einen Apfel schäle oder einen Apfelkuchen backe – es ist so heimelig während der Herbst Einzug hält bei Kerzenlicht leckeren Apfelkuchen zu schmausen und zauberhaften Geschichten zu lauschen. Meine Söhne sind mittlerweile 15 und 9 Jahre alt und sie lieben Apfelkuchen und lauschen gern noch immer meine Geschichten, auch wenn der Große dies nicht mehr offen zugeben würde…
    Viele liebe Grüße aus Berlin
    Line

  2. Ich liebe Äpfel.
    Im Frühjahr die blühenden Apfelbäume an der Ruhr im letzten Licht des Abends. Aber auch die reifen Früchte – dieses Jahr biegen sich die Äste.
    Leider gibt es wegen der Trockenheit hier nur wenig Holunder.

  3. Sonntagmorgen. Die Kleine hat mich noch vor dem Hellwerden aus dem Bett geworfen und nun lese ich bei einer Tasse Kaffee Deinen Reisebericht.
    Die Nebel von Avalon waren es dir mir den Bezug zwischen Göttin und Maria plausibel machten. Vor Jahren gelesen, sind sie immer noch in meinem Kopf und wirken nach.

    Dir und Deiner Familie eine schöne kommende Woche.

  4. Letztes Jahr ging für mich ein langerwehnter Traum in Erfüllung,ich durfte bei einer Englandreise all die wundervollen Orte ,wie Avebury Stonehenge und Glastonbury besuchen.Es war die schönste Reise meines Lebens und hat mir sehr viel Lebensfreude gegeben.Als ich dann noch Brian Froud in seinem herrlichen Garten antraff überstieg das alle meine Erwartungen.Was für ein bescheidener,lieber Mensch,und doch so ein großer Künstler!! Ich lese mit Freude Deinen Reisebericht und mir ging es ebenfalls wie Dir,ich wollte die Elfen finden,heute weiß ich,im Dartmoor bei Mr. Froud waren sie immer bei uns,denn noch niemals war ich so reich mit Freude beschenkt worden,wie an diesem wuderschönen Ort.

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